Stabilisierung der Rohölpreise

Die Nachrichtenlage am Markt bleibt durchaus ungewiss, sodass die Ölnotierungen wenig volatil waren. Heute Morgen können die Ölpreise Boden gut machen.

11.02.2020 | Robby Erkmann

Das weitere Vorgehen der OPEC bleibt immer noch ungewiss. Russland ist nach wie vor gewillt die Marktsituation zu beobachten und blockiert damit im OPEC-Komitee neue bzw. höhere Förderkürzungen. Diese liegen im Moment bei 2,1 Mio. B/T und wurden grundsätzlich maßgeblich durch Saudi-Arabien auf dieses Niveau gebracht. Saudi-Arabien hätte gerne aufgrund der aktuellen Marktsituation zusätzliche 500.000 B/T gekürzt. Eine zusätzliche Kürzung wurde auch durch das Komitee, welches zur Überwachung des Marktes zuständig ist, ausgesprochen. Dieses hatte in der vergangenen Woche getagt und über die aktuelle Situation beraten. Die OPEC kürzt seit Anfang 2017 die Fördermenge künstlich, damit der Ölpreis auf einem höheren und stabileren Niveau liegt. Ausgerufenes Ziel war einstweilen ein Niveau von 80 US-Dollar pro Barrel. Dieses Ziel ist im vergangenen Jahr deutlich verfehlt worden und ist momentan ebenfalls nicht erreichbar. Zudem sorgt Saudi-Arabien selbst für eine Verbesserung der Versorgung. Demnach steht eine Wiederaufnahme der Rohölförderung in der Neutralen Zone zwischen Kuwait und Saudi-Arabien an. Hierdurch kann dem Markt demnächst wieder 500.000 B/T an zusätzlichem Rohöl bereitgestellt werden. 


Schwache Nachfrage aus China


In China hat auch der zweitgrößte Raffineriebetreiber starke Kürzungen des Verbrauchs angekündigt. So soll PetroChina die Verarbeitung im Februar um 320.000 B/T drosseln wollen, da die Nachfrage entsprechend gering ist. Die staatlichen Raffinerien in China werden im Februar weiter 940.000 B/T weniger Rohöl verbrauchen, so ein erstes Statement. Bisher gibt es kein Gegenmittel gegen das neuartige Coronavirus. Dazu kommt, dass die Eindämmung der Ausbreitung bisher nicht ausreichend gelingt, sodass die Zahl der Neuinfizierten stetig steigt. Dadurch liegt das öffentliche Leben in China teilweise still. Händler prüfen aktuell die Einlagerung von Rohöl auf Öltankern. Bisher ist die Börsensituation so, dass dies nicht rentabel ist. Doch die Lagerkapazitäten gelangen langsam an ihre Grenzen, sofern nicht die Ölförderung herabgesetzt werden soll, müssen bald neue Lagermöglichkeiten zusätzliche Kapazitäten schaffen. Die Nachfrageschwäche wird den Markt und die Händler auch im März beschäftigen, sodass die Ölpreise im ersten Halbjahr deutlich unterhalb der Prognosen vom Jahresanfang liegen dürften. 


Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute mit 60,71 Euro pro 100 Liter unterhalb des gestrigen Niveaus. Die Rohölpreise können heute Morgen eine Aufwärtsbewegung verzeichnen und liegen höher. Brent kostet momentan 50,05 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI liegt bei 53,82 US-Dollar pro Barrel.
 

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