US-Sorte erneut bei 10 US-Dollar

Mit über 20 Prozent steht due US-Sorte WTI heute Morgen wieder stark unter Druck. Der Markt bleibt außergewöhnlich volatil und unberechenbar.

28.04.2020 | Robby Erkmann

Die Marktsituation ist nach wie vor als kritisch zu bewerten. Letzte Woche war die US-Ölsorte wegen des Kontraktwechsel im negativen Bereich. Wirklich erholen konnte sich der Preis für die US-Sorte WTI seither nicht. Dem Ölmarkt stehen nach wie vor immense Mengen Rohöl zur Verfügung bei gleichzeitiger sehr schwacher Nachfrage. Das führte die letzten Wochen auf der ganzen Welt zu schnell steigenden Lagerbeständen. In Cushing in den USA stehen die Lager zu 70 Prozent voll. Experten rechnen damit, dass es in wenigen Wochen zu einer totalen Ausschöpfung der Kapazitäten kommt, wenn das Ungleichgewicht am Markt bestehen bleibt. Experten besagen nach wie vor, dass rund 30 Mio. B/T weniger Rohöl verbraucht werden. Angesicht der OPEC-Kürzungen von fast 10 Mio. B/T ergibt sein ein Überangebot, dessen Ausmaß gravierend ist. Gravierend sind auch die Folgen in den USA. Die Coronapandemie hat bisher zu einem Anstieg der Arbeitslosen von etwa 26 Mio. Menschen zur Folge gehabt. Analysten befürchten einen Wirtschaftseinbruch von 40 Prozent im zweiten Quartal. Der Verbrauch von Rohöl wird daher in den USA ganz besonders stark zu spüren sein. 


Südkorea ist ausgebucht


In Südkorea gibt es aktuell keine freien Lagerkapazitäten mehr. Damit ist Südkorea der erste Staat, der kein zusätzliches Rohöl mehr einlagern kann. Es dürften weitere Staaten folgen. Für die USA schätzt man diese Woche den Anstieg der Lagerbestände je nach Analyse auf 5 bis 10 Mio. Barrel. Eine Analyse der IEA zeigt, dass dieser Trend anhalten wird. Denn für die Monate Mai und Juni schätzt man den Nachfrageeinbruch auf 26 bzw. 15 Mio. B/T. Bei unveränderter Kürzung der OPEC bleibt das Überangebot enorm. Bisher hat die OPEC keine klaren Aussagen oder Handlungen unternommen, die darauf schließen lassen, dass die Rohölförderung weiter gekürzt wird. Damit läuft der Markt auf einen zwanghaften Förderstopp entgegen, indem die Rohöllager voll sind und die Produktion damit eingestellt werden muss. Ein derartiges Szenario hat wohl Potential die Ölpreise weiter zu drücken, wenngleich das Niveau bereits überaus niedrig ist. 


Brent kostet aktuell 19,07 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert bei 10,26 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen deutlich im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat sich heute auf 50,40 Euro pro 100 Liter verringert. 
 

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