Wenig Bewegung am Ölmarkt

Die politischen Auseinandersetzungen flachen ab. Das setzte den Ölpreis unter Druck, der nach der Korrektur auf neue wegweisende Tendenzen wartet.

10.01.2020 | Robby Erkmann

Diese Tendenzen werden im neuen Jahr abermals von der US-Fracking-Industrie mitbestimmt. Die Schieferölindustrie hat letztes Jahr um etwa 1,6 Mio. B/T zulegen können. Demnach notierte die US-Rohölförderung bei etwa 12,9 Mio. B/T. Der Ausbau dieser Industrie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Rohölpreise ein verhältnismäßig niedriges Niveau beibehalten haben. Die Schieferölförderung hat sich innerhalb von 10 Jahren verdoppelt. Dabei beobachten Analysten die weitere Entwicklung etwas genauer, da zukünftig mit einem geringeren Wachstum gerechnet wird. Für das laufende Jahr rechnet die IEA mit einer Fördermengenanhebung von 1,1 Mio. B/T. Das Wachstumsniveau des Vorjahres wird dadurch deutlich unterschritten. Chis Weafer von Marco-Advisory erwartet diesen Wert, sofern die Rohölpreise in einer Spanne von 60 bis 70 US-Doller pendeln. Dies entspricht in etwa den Rahmen des Vorjahres, sodass Verbraucher bisweilen keine drastischen Preissprünge befürchten müssen. Dies gilt unter der Prämisse von ausbleibenden und unvorhergesehenen Angebotsausfällen oder anderweitigen Konflikten.

Als Gegengewicht ist dazu die Entwicklung der OPEC zu beobachten. Hier wird es von hilfreich sein, inwiefern die Mitglieder die neusten Kürzungsvereinbarungen aus Dezember letzten Jahres einhalten. Zudem wird die Beratung über künftige Förderkürzungen wegweisend für die Ölpreisentwicklung im laufenden Jahr sein. Die aktuellen Förderkürzungen haben noch eine Laufzeit bis Ende März. Die Spekulationen, Statements und Prognosen über den nächsten Ausgang des Meetings dürften daher schon bald die Ölpreise beeinflussen.

Deeskalation im Nahen Osten

Nach dem Unglück, bei dem eine ukrainische Passagiermaschine im Iran von einer Rakete getroffen wurde, liegt nun der Fokus auf die Aufklärung. Dafür hat der Iran sein Einverständnis gegeben, dass Fachleute aus den USA und von Boeing die Unglückstelle untersuchen dürfen. Dies entspannt die politischen Verhältnisse spürbar. Zudem gibt es Meldungen darüber, dass der Iran sich nun doch wieder an das Atomabkommen halten möchte. Im Zuge der Tötung des iranischen Generals hatte die iranische Regierung den Ausstieg aus dem Atomprogramm angekündigt. Dadurch hatten Beobachter Angst, dass der Iran hochangereichertes Uran herstellt zur Erlangung von Atomwaffen. Die nächsten Tage können daher zum weiteren Abbau von Risikopositionen führen und somit die Ölpreise belasten.

Die Nordseeorte Brent kostet heute Morgen 65,15 US-Dollar pro Barrel und liegt etwas tiefer als zur Eröffnung. Gleiches gilt für die Sorte WTI, die aktuell bei 59,31 US-Dollar pro Barrel liegt. Der durchschnittliche Heizölpreis ist nach der Korrektur der Ölpreise ebenfalls deutlich gefallen und liegt heute bei 68,76 Euro pro 100 Liter.

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