Wenig Veränderung an den Ölbörsen

Die Rohölpreise sind weiterhin ohne richtungsweisende Neuigkeiten für eine Aufwärtsbewegung gestartet. Der Markt bleibt stark bearish geprägt.

18.02.2020 | Robby Erkmann

Russland blockiert weiterhin die Umsetzung neuer Förderkürzung innerhalb der OPEC, die durch Saudi-Arabien seit Ausbruch des Coronavirus avisiert sind. Denn die Rohölnachfrage leidet sehr stark unter den Gegenmaßnahmen, die durch die chinesische Regierung zur Eindämmung umgesetzt werden. Die IEA schätzt den aktuellen Nachfragerückgang für das erste Quartal auf 435.000 B/T und ist damit deutlich pessimistischer als die EIA oder die Einschätzung der OPEC. Zudem sind die Zahlen zur japanischen Wirtschaft ebenfalls enttäuschend und drücken daher auf die Ölpreise. Im 4. Quartal 2019 brach das Wirtschaftswachstum um 6,3 Prozent ein. Ein abermaliger Rückgang ist bereits für das laufende Quartal angekündigt. Japan würde daher in eine Rezession abrutschen. Schlechte Konjunktur- und Wirschaftsmeldungen werden vom Ölmarkt sehr sensibel zur Kenntnis genommen. Denn umso schwächer das Wirtschaftswachstum, desto schwächer ist auch die Nachfrage nach Rohöl und begünstigt so die zunehmende Überversorgung mit Rohöl. 


Russland spielt bei der OPEC weiter auf Zeit. Dabei benötigt das Kartell mit Saudi-Arabien, als inoffizieller Führungsstaat innerhalb der Organisation, dringend die Unterstützung von Russland. Dieser ist als einer der größten Förderstaaten der Welt im erweiterten OPEC-Kreis. Die Macht der OPEC ist in den letzten Jahren durch Austritte und das starke Förderwachstum außerhalb des Kartells stark beschnitten worden. Insbesondere die großen Energiekonzerne in Russland stehen weiteren Kürzungen durch Russland sehr kritisch gegenüber. Diese Position wurde letzte Woche mit Vertretern der russischen Regierung nochmals deutlich gemacht. 


Die OPEC bleibt uneinig


Wie gegensätzlich die Positionen und Ausrichtungen der OPEC ist, offenbart auch die Aufteilung der Förderkürzung innerhalb der Organisation. Die Vereinbarung der OPEC war insgesamt 1,7 Mio. B/T zu kürzen. Zum Jahresanfang lag die tatsächliche Kürzungsmenge der OPEC bei 2,05 Mio. B/T und damit deutlich über dem vereinbarten Niveau. Allerdings kürzt Saudi-Arabien die eigene Rohölförderung um 1,0 Mio. B/T und trägt damit einen Großteil der Gesamtkürzungsmengen. Die russische Ölförderung liegt dagegen 300.000 B/T über den selbst auferlegten Beschränkungen und hat die Förderung im Monat Januar indes ausgebaut. Für dieses Jahr haben die russischen Ölkonzerne die Investitionsmittel für Fördererhöhungen ausgebaut und wollen daher gestärkt aus der aktuellen Tiefpreiszone herausgehen. Die Marktgegebenheiten sprechen daher nicht für eine kurzfristige Aufwärtsbewegung der Ölnotierungen. 


So liegen die Ölpreise auch heute auf dem gewohnten Niveau der letzten Wochen. Brent kostet pro Barrel 56,78 US-Dollar und liegt etwa 1,3 Prozent unter dem Eröffnungskurs. Die Sorte WTI notiert ebenfalls leicht tiefer bei 51,37 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist mit 62,69 Euro pro 100 Liter fast unverändert zum gestrigen Tage.
 

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