Wenig Volatilität am Ölmarkt

Seit Entspannung der diplomatischen Auseinandersetzungen mit dem Iran ist es ruhiger geworden. Die Risikoprämien wurden wieder abgebaut.

13.01.2020 | Robby Erkmann

Brent notiert aktuell mit etwa 65 US-Dollar pro Barrel rund einen US-Dollar unter dem Preisniveau zum Jahresanfang. Mit Zuspitzung der diplomatischen Spannungen hatte Brent noch vor wenigen Tagen bei 69 US-Dollar pro Barrel gelegen. Den Iran plagen nach dem Abschuss der Passagiermaschine nun vornehmlich innenpolitische Probleme. Demonstranten machen ihren Unmut über das Verhalten der iranischen Führung deutlich. Unterdessen gab die iranische Führung den tragischen Abschuss zu, der die Folge einer Fehlerkette war. Trump bezichtigt den Iran ebenfalls nicht, die Maschine absichtlich getroffen zu haben. Allerdings warnte er den Iran bereits, sofern gegen die Demonstranten gewaltsam vorgegangen wird. Zusammenfassend scheinen die Wogen vorerst geglättet zu sein und eine Verringerung der Rohölversorgung hat Mark mit dem jetzigen Stand nicht zu befürchten. Daher dürfte die weltweite Rohölversorgung in der ersten Jahreshälfte die Erwartung der Analysten und Experten entsprechen.

Dabei spielen die Importe aus dem Nahen Osten für die USA eine untergeordnete Rolle. Lediglich 875.000 B/T wurden im Jahr 2019 in die USA exportiert. Dieser niedrige Wert steht auch im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Schieferölindustrie, die das Land weniger abhängig von Rohöl gemacht hat. Die größten Bezieher von Rohöl aus dem Nahen Osten kommen aus Asien. Gut zwei Drittel gehen nach China, Indien, Japan und Südkorea. Der asiatische Kontinent steht insgesamt für 80 Prozent der Abnehmer von Rohöl aus der Region. Trump forderte zuletzt diese Staaten auf, sich mehr zu engagieren und den Schutz der Öltransporte durch riskante Regionen, wie der Straße von Hormus zu gewährleisten.

Kein Kurswechsel im Irak

Derweil beharrt die irakische Regierung auf den Abzug der US-Truppen. Dadurch dürfte es seitens der USA zu Sanktionen gegen den Irak kommen. Die USA haben derweil angekündigt die US-Dollar-Konten bei der amerikanischen Zentralbank FED einzufrieren. Deshalb könnten die Abwicklung von Rohölexporten empfindlich erschwert und behindert werden. Damit würde der Markt wohl verknappt werden, wenngleich Trump genau weiß, dass zu hohe Rohölpreise nicht gut für den Wahlkampf sind. Ende des Jahres stehen die Präsidentschaftswahlen an und hohe Ölpreise machen sich bei der Wählerschaft nicht gut. Die Ölpreisentwicklung und der außenpolitische Kurs werden daher in diesem Jahr eine zentrale Rolle einnehmen können.

Die Rohölpreise liegen wenig verändert zum Ende der letzten Woche. Brent kostet heute Morgen 65,00 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI notiert heute früh bei 59,08 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland verhält sich ähnlich und liegt heute 68,63 Euro pro 100 Liter.

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