WTI knackt die 40 US-Dollar Marke

Der Ölpreis für WTI konnte erneut die 40 US-Dollar Zone erreichen. Die festeren Ölpreise beruhigen die Marktteilnehmer in einer noch ungünstigen Marktlage.

23.06.2020 | Robby Erkmann

Denn noch wie vor kann kein Analyst und Volkswirt die genauen Auswirkungen der Coronakrise genau beziffern. Insofern ist auch fraglich, ob es selbst mit steigenden Infektionsraten und einem R-Wert größer als 1 nochmal zu einem Lockdown kommen kann. Im Weihnachtsgeschäft, welches ab Ende Oktober langsam anläuft, würde ein längerer Lockdown zu einer Insolvenzwelle unbekannten Ausmaßes führen. Viele Händler setzen im Weihnachtsgeschäft mehr als 50 % des Jahresumsatzes um. Die Folgen wären ungeheuerlich. Ein solcher Fall würde die Staaten zu noch stärkeren Stützungsmaßnahmen zwingen und die Verschuldung in die Höhe treiben. Gerade die südlichen EU-Länder sind bisweilen schon stark verschuldet. Wohin ein solches Szenario führt, ist die andere Frage, die niemand beantworten kann. Insofern verhält sich der Rohölpreis aktuell freundlich und ist weniger anfällig für Schwankungen geworden. 


OPEC als möglicher Krisengewinner


Analysten halten es für möglich, dass die OPEC gestärkt aus der Krise hervor geht. So verliert die OPEC durch die zusätzlichen Kürzungen aktuell Marktanteile an die Konkurrenz. Gleichzeitig treibt das die Ölpreise in die Höhe. Grund seien Unterinvestitionen vieler Unternehmen bei der Erschließung neuer Rohölquellen. Dieses Bild zeichnet sich auch in USA ab, wo die Anzahl aktiver Ölbohranlagen bedingt durch die Coronakrise und den Ölpreisverfall stetig gefallen ist. Allerdings hat die Vergangenheit auch gegensätzliches gezeigt. So gab es in den USA mit den niedrigen Ölpreisen im Jahr 2016 massive Investitionen in neuere und kostensparendere Fördertechniken. So ist die Schieferölindustrie gestärkt aus der Krise hervorgegangen und konnte in den letzten Jahren massiv an Marktanteilen gegenüber der OPEC gewinnen. So ist nicht ausgeschlossen, dass auch die aktuelle Krise zu Umstrukturierungen führt, die die Marktverhältnisse nicht zu Gunsten der OPEC verschieben wird. Dazu benötigt es neue Investitionen in Zukunftsprojekten und Fördervorkommen. Dies sehen Experten von der Citigroup oder Goldman Sachs bisweilen nicht. Ein entscheidender Faktor wie es mit der Ölindustrie in den USAS genau weiter geht, kann auch die diesjährige Präsidentschaftswahl in den USA haben.


Brent und WTI liegen heute Morgen fester. Brent kostet 43,29 US-Dollar pro Barrel und WTI kostet 40,87 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist mit 50,15 Euro pro 100 Liter etwas günstiger als gestern.
 

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