WTI nahe der 20 US-Dollar Marke

Die Ölpreise stehen weiterhin sehr unter Abwärtsdruck. Brent und WTI müssen heute massive Einbrüche hinnehmen, da die Aussichten sehr bearish sind.

30.03.2020 | Robby Erkmann

Das Coronavirus hat die Ölmärkte fest im Griff. Schätzungen sprechen davon, dass ungefähr 3 Milliarden Menschen von Gegenmaßnahmen zur Eindämmung des Virus betroffen sind. Das bedeutet, für die Volkswirtschaft einen enormen Schaden, der sich insbesondere auf das Wirtschaftswachstum auswirkt und die Ölnachfrage stark reduziert. Die IEA schätzt, dass die Ölnachfrage bis zu 20 Mio. B/T sinken kann. Schätzungen sprechen seit Wochen von aktuell 8 bis 12 Mio. B/T, die bereits jetzt nicht nachgefragt werden. Ein Hoffnungsschimmer ist, dass China die Maßnahmen leicht gelockert hat und die Eindämmung wohl erfolgreich ist. Doch große Sorgen bereiten aktuell die USA, da dies das Land mit der stärksten Wachstumsrate an Neuinfizierten ist. Medienberichten haben die USA noch das schlimmste vor sich. Aktuell sind fast 140.000 Menschen in den US mit dem Virus infiziert. Der sonst so optimistische US-Präsident Trump rechnet mit etwa 100.000 Todesopfern. Andere Regierungsmitglieder gehen von 200.000 Opfern aus. In jedem Fall wird es auch in den USA zu harten Einschnitten kommen müssen. In New York steht das öffentliche Leben quasi still. Die USA ist nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt, weshalb ein Einbrechen der Wirtschaft die Ölnachfrage besonders hart treffen würde. 


Abwärtspotenzial am Ölmarkt 


Mit der jetzigen Nachrichtenlage und der Erwartung eines drastischen Ölnachfrageeinbruchs haben die Ölpreise ihre Preistiefs wohl noch nicht erreicht. Experten rechnen seit Beginn der Krise, dass die Ölpreise auch die 20 US-Dollar Marke durchbrechen werden. Für WTI gibt es Prognosen die ein Einbrechen der Ölpreise auf bis zu 10 US-Dollar befürchten. Einbrüche bei der Rohölnachfrage von 15 bis 20 Mio. B/T erwartet auch die russische Regierung, die aktuell die eigene Rohölförderung hochfährt, da das letzte OPEC-Treffen keine Einigung bringen konnte. Der algerische Ölminister rief daher alle Staaten zu einem außerordentlichen OPEC-Treffen auf. Unpräzise sind auch die Meldungen zur Verhandlungsbereitschaft zwischen Russland und Saudi-Arabien. Russland behauptet, dass es in Gesprächen mit Saudi-Arabien ist, wohingegen Saudi-Arabien jeglichen Kontakt zu Russland dementiert.


De Ölpreise stehen daher heute tief im Minus. Brent kostet nur 22,94 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI kostet im Moment 20,57 US-Dollar pro Barrel. Daher liegt auch der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland nahe am diesjährigen Tiefpreis. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 53,76 Euro. 
 

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation