Angeblich großer Durchbruch bei Atomdeal-Verhandlungen

Die in Wien stattfindenden Verhandlungen um eine Rückkehr zum Atomdeal von 2015 sollen gerüchteweise große Fortschritte gemacht haben

19.05.2021 | Christoph Warich

 

Laut den Aussagen des russischen Diplomaten und Vertreters der Internationalen Atomenergie-Organisation der Vereinten Nationen, Michail Uljanow, habe es einen entscheidenden Durchbruch bei den Gesprächen zur Rückkehr zum Joint Comprehensive Plan of Action, kurz JCPOA, genannten Atomabkommen mit dem Iran und dem Rest der Welt gegeben. Kurz nach Veröffentlichung der Meldung durch einen Nachrichtensender fielen die Ölfutures deutlich und Brent verlor zwischenzeitlich über 3 Prozent.
Kurz darauf relativierte Uljanow seine Aussagen bei Twitter jedoch und sprach dort nur noch von entscheidenden Fortschritten, auf einem langen und anstrengenden Weg, welchen die Unterhändler noch zu gehen haben.
Unabhängig vom Zeitpunkt des Fallenlassens der Sanktionen gibt es bereits Berechnungen zu den Auswirkungen einer Rückkehr des Irans auf den internationalen Ölmarkt.
Es ist davon auszugehen, dass eine Angebotssteigerung von 1,5 Prozent, über einen Zeitraum von 6 Monaten möglich ist. Dies wären knappe 4 Mio. B/T.
Es ist fraglich wie die OPEC+ auf diese Ölschwemme reagieren würde, hat man doch gerade erst damit begonnen die im letzten Jahr getätigten, historischen Förderkürzungen Schritt für Schritt zurückzunehmen. Auswirkungen auf die Ölpreise wären durch eine Einigung in Wien unvermeidlich. Am Ende dürfte jedoch vor allem der Kunde profitieren.

API veröffentlicht aktuelle Zahlen

Das American Petroleum Institute hat gestern seine Zahlen zur Woche vom 14. Mai veröffentlicht. Der erwartete Anstieg an Rohöl ist zwar eingetroffen, jedoch fiel er geringer aus als gedacht. Deutliche Abbauten gab es hingegen bei Destillaten und Benzin.
Angesichts des Hackerangriffs auf das Colonial-Pipeline-Netz und den damit verbundenen Ausfällen, welche die Ostküste der USA einige Tage lang von der Benzinzufuhr abgeschnitten haben, sind die aktuellen Zahlen jedoch mit Vorsicht zu genießen. Etliche Raffinerien mussten ihre Auslastung drosseln, mit Verzerrungen in allen Bereichen werden die Marktteilnehmer in dieser Woche rechnen müssen.
Wie üblich werden die Zahlen des DOE am heutigen Nachmittag ein genaueres Bild der Lage zeichnen.

Notierungen

ICE Gasoil Juni handelte zuletzt bei 556,75 Dollar, -9,25 Dollar. ICE Brent handelt bei 67,91 Dollar, und damit -0,80 Dollar zum Schluss Dienstag. ICE WTI handelt bei 64,81 Dollar.

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