API meldet stärkeren Abbau bei Rohölbeständen als erwartet

Wie üblich lag das American Petroleum Institut mit seiner Einschätzung zur US-Bestandslage daneben

14.04.2021 | Christoph Warich

 

Zwar ging das API von einem Abbau im Bereich Rohöl aus, jedoch nicht in dem eingetretenen Maße. Statt -2,5 Mio. Barrel sank der Bestand um -3,6 Mio. Barrel. Zugleich wurde im Bereich der Destillate mit einem Aufbau gerechnet, doch aus +1,1 Mio. Barrel erhofftem Aufbau wurden -3,0 Mio. Barrel Abbau. Vollends missglückt ist die Prognose dann im Bereich des Benzins, in welchem mit einer Stagnation gerechnet wurde, jedoch ein Aufbau der Bestände um +5,6 Mio. Barrel verzeichnet werden konnte.
Steigende Benzinvorräte sind zu Corona-Zeiten nicht ungewöhnlich, widersprechen aber dennoch dem bisherigen Trend. Das wärmere Wetter und die erweiterten Lockerungen von Einschränkungen, mit steigender Impfquote, deuteten eigentlich auf eine deutliche Erholung der Nachfrage und somit auch einen erhöhten Kraftstoffverbrauch hin.
Da die Daten des API jedoch grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen sind, hatten die veröffentlichten Bestände bisher auch keinen großen Einfluss auf den Markt. Im Laufe des Tages erscheinen die Bestandsdaten des DOE, des US-amerikanischen Energieministeriums. Diese sind nicht nur wesentlich aussagekräftiger, sondern enthalten auch Daten zur Nachfrageentwicklung, der Raffinerieauslastung sowie Angaben zu Importen und Exporten.

Monatsbericht der OPEC sorgt für Optimismus

Im Gegensatz zur Veröffentlichung des API besaß der gestern vorgestellte Monatsbericht der OPEC Einfluss auf den Markt. Auch wenn die Zahlen für das laufende zweite Quartal etwas nach unten korrigiert wurden, so wird die langfristige Nachfrageerholung noch einmal besser eingeschätzt als im Vormonat. Es wird weiter mit einem Abklingen der Pandemie gerechnet. In dessen Folge sollen das Lockern von Reisebeschränkungen sowie erhöhter Konsum für einen starken Anstieg des Verbrauchs sorgen.
Infolgedessen stiegen die Ölpreise auch wieder leicht an, erste Experten vermuten eine erneute Aufwärtskurve. Ob es so weit kommt, hängt auch damit zusammen welche Daten China am kommenden Freitag der Welt präsentiert. Dann macht die Volksrepublik Angaben zu ihrer momentanen Industrieproduktion. In Corona-Zeiten galt China bisher als große Stütze der Weltwirtschaft. Es ist davon auszugehen, dass dies auch nach Freitag so bleiben wird.

Notierungen

ICE Gasoil Mai handelte zuletzt bei 513,75 Dollar, +4,25 Dollar. ICE Brent handelt bei 64,27 Dolllar, und damit +0,66 Dollar zum Schluss Dienstag. ICE WTI handelt bei 61,04 Dollar.

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