Europäische Nachfrageerholung bleibt schwach

Die europäischen Lockdowns und Restriktionen sorgen für eine weiterhin schwache Ölnachfrage

23.03.2021 | Christoph Warich

 

Bereits Mitte März verkündete die italienische Regierung einen weiteren Lockdown über die Osterfeiertage, um eine erneute großflächige Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Nun zog auch Deutschland nach und verhängte über Ostern die bislang schärfsten Restriktionen seit Beginn der Pandemie. Bis zum 18. April sollen die beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen vorerst gelten.
Das bisherige Lockdown-light Konzept dürfte nun endgültig als gescheitert gelten, von Lockerungen kann angesichts der sich schneller verbreitenden und öfter tödlich verlaufenden Virusmutation aus Großbritannien keine Rede mehr sein. Bereits drei Viertel aller Neuansteckungen gehen auf die britische Variante zurück, Tendenz weiterhin steigend.
Für die Teilnehmer am Ölmarkt verstärken sich durch die angekündigten Verlängerungen der einschränkenden Maßnahmen die Befürchtungen, dass sich die europäische Ölnachfrage auch weiterhin sehr zögerlich erholen wird. Deutschland fällt hier, als größter Ölkonsument Europas, unter besondere Beobachtung. In Anbetracht der Tatsache, dass auch die Impfprogramme weiterhin extrem schleppend verlaufen und kaum eine Verbesserung in Sicht ist, dürfte die Ölpreisrallye der vergangenen Wochen vorerst beendet sein.

Saudi-Arabien bittet USA um Hilfe

Nach vermehrten Angriffen der Huthi-Rebellen auf saudische Ziele, auch fernab der Grenzen zum Jemen, weit im Landesinneren, soll Riad die US-Regierung um Unterstützung beim Schutz der eigenen Ölanlagen gebeten haben. Diese Bitte soll bereits im Januar gestellt worden sein, als der US-amerikanische Präsident noch Donald Trump hieß. Die Biden-Regierung verkündete jedoch zuletzt, Saudi-Arabien nur noch mit Ausrüstungs- und Waffenlieferungen bei der Verteidigung des eigenen Territoriums unterstützen zu wollen.
Ein eingreifen des US-amerikanischen Militärs in der Region zum Jemen gilt als äußerst unwahrscheinlich. Ein ausländischer Kriegseinsatz dürfte nicht nur in der eigenen Bevölkerung unpopulär sein, sondern auch eine Einigung mit dem Iran bezüglich des Atomprogramms erschweren. Teheran gilt als Drahtzieher hinter den Angriffen auf die saudischen Ölanlangen. Dennoch möchten die USA offiziell weiterhin eine Einigung mit der iranischen Führung erzielen. Eine Aufhebung der amerikanischen Sanktionen könnte zu einer erheblichen Steigerung des auf den Märkten verfügbaren Rohöls führen.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 508,50 Dollar, -5,00 Dollar. ICE Brent handelt bei 63,95 Dollar, das sind -0,66 Dollar zum Schluss des Vortags. ICE WTI handelt bei 60,59 Dollar.

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