Europas Nachfrage nach Diesel geht zurück

Der Gewinn auf Dieselprodukte ist aktuell so gering wie seit November 2020 nicht mehr

12.03.2021 | Christoph Warich

 

Raffineriebetreiber machen an einem Barrel Diesel mit 4,32 Dollar so wenig Gewinn wie seit Monaten nicht mehr. Die europäische Gesamtnachfrage nach Diesel ist seit Ende April 2020 weit unter die saisonalen Normen der Vorjahre gefallen. In den vergangenen Wochen haben die USA vermehrt größere Mengen Diesel aus Europa importiert, da die wetterbedingten Ausfälle der Raffinerien teilweise für einen kompletten Stillstand der dortigen Produktion gesorgt haben. Laut Energieministerium erholt sich die Lage momentan jedoch wieder, sodass bald wieder auf europäische Importe verzichtet werden kann.

Impfungen steigern das Verkehrsaufkommen

Während es in Deutschland mit den Impfungen weiterhin schleppend voran geht und die allgemeine Kraftstoffnachfrage auch deswegen so gering ausfällt, zeigen Auswertungen von Verkehrsdaten aus Ländern mit erfolgreichen Impfkampagnen, dass das Verkehrsaufkommen mit zunehmender Immunität ansteigt. In Großbritannien, wo etwa ein Drittel der Bevölkerung bereits geimpft ist, nimmt der Straßenverkehr bereits wieder zu. Daten des Navigationsgeräteherstellers TomTom zeigen, dass die Menge der Verkehrsstaus so hoch sind wie sonst nur einmal seit Beginn der Pandemie. Tendenz steigend. Wie die Regierung mitteilen ließ, sind auch die Verkäufe an Tankstellen so hoch wie seit Monaten nicht mehr.
Ähnliche Daten liefern die USA, in denen knapp 30 Prozent der Bevölkerung schon ein Vakzin erhalten haben. Das Energieministerium DOE teilte mit, dass die Nachfrage nach Diesel und insbesondere Benzin in der vergangenen Woche stark anstiegen und nicht mehr allzu weit von den Vorjahres- und somit auch den Vor-Corona-Niveaus entfernt sind.
US-Präsident Joe Biden versprach die Impfvergabe noch weiter beschleunigen zu wollen, um bis zum 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, zur Normalität zurückzukehren.

Ölpreise bleiben relativ stabil

Derzeit werden die Ölpreise vor allem von kurzfristigen Faktoren gestützt. Sei es das Konjunkturpaket der USA oder der gestiegene Kraftstoffverbrauch der Briten, alles was auf eine Erholung der globalen Wirtschaft hindeutet, zeigt unmittelbare Auswirkungen. So rechnen Experten damit, dass die Preise weiterhin auf dem aktuellen Niveau verbleiben, sollte es nicht zu überraschenden, weltverändernden Ereignissen kommen.
Aus der Sicht einiger Fachleute spielt die OPEC+ hierbei eine bedeutende Rolle. Solange das Ölkartel das Angebot knapp hält, werden die Preise maximal ansteigen.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 548,25 Dollar, -0,25 Dollar. ICE Brent handelt bei 69,29 Dollar, das sind -0,34 Dollar im Vergleich zum Schluss des Donnerstags. ICE WTI handelt momentan bei 65,68 Dollar.

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