Globale Ölvorräte normalisieren sich

Nachdem es vergangenes Jahr im Zuge der Corona-Pandemie zu einem Einbruch der Ölnachfrage und in dessen Folge zu einem enormen Lagerüberschuss kam, normalisieren sich die Bestände immer weiter

19.04.2021 | Christoph Warich

 

Die IEA gibt an, dass der weltweite Lagerüberschuss, welcher sich vor ungefähr genau einem Jahr angesammelt hat, inzwischen fast abgebaut wurde. Die Bestände übertreffen den OECD-5-Jahresdurchschnitt von 2015 bis 2019 nur noch um etwa 57 Mio. Barrel.
So seien die Lagerüberschüsse in den meisten Industrienationen bereits abgetragen, das meiste noch vorhandene Öl konzentriert sich fast vollständig auf China, so ein Experte der Citigroup. Vermutet wird hier, dass China seine dauerhaften Erdölreserven stark ausgebaut hat. Darauf schließen lässt die Inbetriebnahme neuer Raffinerien. Demnach ist davon auszugehen, dass die chinesische Raffinerieproduktion in Zukunft dauerhaft ansteigen wird.
Im Gegensatz dazu sind die US-Gesamtvorräte gesunken. Ende Februar lagen diese bei knapp 1,28 Mrd. Barrel, was ungefähr dem Vor-Corona-Niveau entspricht.
Für die Ölpreise bedeutet dies tendenziell einen Anstieg. Sinkende Lagerbestände einerseits und ein für das laufende Jahr erwarteter höherer Verbrauch andererseits, lassen den Schluss zu, dass die Rohölpreise langfristig wieder ein stabil hohes Niveau erreichen werden. Experten von Goldman Sachs veranschlagen den Preis für die Nordseesorte Brent bei 80 Dollar pro Barrel im dritten Quartal.

US-Ölproduktion deutet Erholung an

Die erst bei relativ hohen Ölpreisen rentable Schieferölproduktion der USA ist von dem Ölpreiseinbruch des letzten Jahres besonders hart getroffen worden. In dessen Folge kam es zu einer Welle von Insolvenzen und Betriebsschließungen sowie einem massiven Rückgang der Förderung. Die Anzahl der Anlagen ging um mehr als zwei Drittel zurück. Von über 600 blieben nur knapp 200 bestehen.
Das Erdöl-Service-Unternehmen Baker Hughes vermeldete nun einen leichten Wandel. Die Zahl der aktiven Anlagen ist seit Beginn des Jahres um etwa 25 Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 344. Zwar ist das noch weit entfernt vom vorherigen Niveau, dennoch scheint sich das Erschließen neuer Ölquellen wieder zu lohnen.
Für die globalen Ölmärkte und vor allem die Verbraucher ist dies ein willkommener Stabilitätsfaktor, um zu hohe Preise zu verhindern.

Nicht viel Neues aus der Welt des Corona-Virus

Neben dem Erstarken der amerikanischen und auch chinesischen Wirtschaft, aufgrund erfolgreicher Impfkampagnen, und dem unveränderten Status in Europa und Indien, zwischen Lockdown und Inzidenzrekorden, wird nun auch in Japan wieder mit neuen Höchstzahlen bei den Neuinfektionen gerechnet. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bereitet sich aktuell auf eine neue Welle vor.
Für die Rohölpreise bedeuten diese sich aufhebenden Einflussfaktoren momentan eine relative Stabilität, welche wahrscheinlich noch bis zum nächsten Quartal anhalten wird.

Notierungen

ICE Gasoil Mai handelte zuletzt bei 531,25 Dollar, -0,25 Dollar. ICE Brent handelt bei 66,06 Dollar, das sind -0,11 Dollar zu Schluss Freitag. ICE WTI handelt bei 63,19 Dollar.

 

 

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