Hacker-Angriff legt US-Pipeline lahm

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es zu einem Cyberangriff auf den US-amerikanischen Pipelinebetreiber Colonial Pipeline

10.05.2021 | Christoph Warich

 

Der Hacker-Angriff zwang das Unternehmen sein gesamtes Pipelinesystem herunterzufahren. Während kleinere Seitenarme der Anlage wieder in Betrieb genommen werden konnten, war das Unternehmen bisher nicht in der Lage einzuschätzen, wie lange es dauern wird bis auch die Haupt-Pipelines wieder laufen werden.
Mit der Colonial-Pipeline wurde die wichtigste Pipeline für den Transport von Benzin, Diesel und Kerosin von der US-Golfküste an die Ostküste lahmgelegt. Die Kapazitäten reichen im Normalbetrieb aus um bis zu 2,5 Mio. Barrel an Produkten bis in den Bundestaat North Carolina und weitere 900.000 Barrel nach New York zu liefern.
Der Zeitpunkt der Attacke ist für das Unternehmen und auch die gesamte Ostküste der USA mehr als ungünstig, beginnen mit dem jetzt anstehenden Memorial Day Wochenende doch die nachfrageintensivsten Wochen des Jahres. Durch die Ausfälle werden nun Angebotsengpässe und Ausfälle entlang der Ostküste erwartet.
Händler und Spediteure scheinen derzeit zu versuchen, an Tanklaster zu kommen, um die Ölprodukte nun, alternativ zur Pipeline, über den Seeweg an den Bestimmungsort zu bekommen. An der US-Golfküste sollen die Tanker derweil zur Lagerung gechartert werden, sollten die Pipelines über einen längeren Zeitraum ausfallen.
Die Preise stiegen durch den Hacker-Angriff über das Wochenende kurzzeitig an, haben sich jedoch bereits wieder normalisiert.
Sollte es jedoch zu einem längeren Ausfall kommen, könnte der Nordosten der USA versuchen die Situation mit Importen aufzufangen, was dann auch den europäischen Markt mit höheren Preisen beeinträchtigen würde.

Corona-Lockerungen sorgen weiterhin für steigende Nachfrage

Der Corona-Beauftragte der US-Regierung, Jeff Zients, sagte dem Nachrichtensender CNN in einem Interview, dass die USA so gut wie über den Berg seien, was die Ausbreitung des Virus angeht. Auch aus Großbritannien gab es mit den höchsten Kraftstoffumsätzen seit Beginn der Pandemie gute Nachrichten zu vermelden.
Es zeigt sich immer mehr, dass die laufenden Impfkampagnen der Weg aus der Krise sind.

Notierungen

ICE Gasoil Mai handelte zuletzt bei 557,50 Dollar, +7,00 Dollar. ICE Brent handelt bei 68,70 Dollar, +0,42 Dollar zum Schluss Freitag. ICE WTI handelt bei 65,23 Dollar.

 

 

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