JMMC-Sitzung findet bereits heute statt

Das Joint Ministerial Monitoring Committee der OPEC+ sollte eigentlich erst am Mittwoch tagen, kommt jedoch bereits heute in Form einer Telefonkonferenz zusammen

27.04.2021 | Christoph Warich

 

Den Aussagen eines Delegierten folgend, findet das Meeting gegen 14 Uhr des heutigen Tages statt. Gründe für diese Verschiebung wurden nicht genannt. Nachdem das JTC gestern seine bisherigen Prognosen zum Nachfragewachstum für 2021 weitgehend bestätigt hat, ist es unwahrscheinlich, dass das JMMC eine anderslautende Handlungsempfehlung an die morgen tagende Vollversammlung herausgibt.
Unmöglich scheint dies jedoch auch nicht zu sein, da der Einfluss von Covid-19 auf Länder wie Indien, Brasilien und auch Japan in der aktuellen Lage nicht unterschätzt werden sollte.

Experten sind sich einig

Es wird sich die Frage stellen, ob die OPEC+ die derzeitige Lage als ausreichend schlimm einstuft, um die geplanten Fördersteigerungen ab dem 1. Mai zu ändern. Führende Analysten von der ING Bank oder RBC Capital Markets sehen dafür zwar derzeit keine große Wahrscheinlichkeit, es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass sich die Experten mit ihren Prognosen irren. Anfang März überraschte das Kartell die Welt mit einer Beibehaltung der damaligen Förderquoten, obwohl die gesamte Welt auf eine Lockerung gewettet hat.
Es bleibt abzuwarten ob die OPEC+ dieses Mal durchschaubarer ist.

Lage in Indien weiterhin unsicher, Libyen erreicht Einigung

Die libysche Regierung hat ihre Force Majeur Meldung für Ölexporte vom Verladehafen Hariga aufgehoben. Zuletzt kam es zwischen der staatlichen Ölgesellschaft NOC und der libyschen Regierung zu Streit über ausbleibende Zahlungen für die Ölbranche, woraufhin die Exporte eingestellt wurden. Ein Teil der geforderten Gelder soll schon geflossen sein, die Regierung scheint auch weiter auf die Forderungen eingehen zu wollen.
Derweil ist die Lage in Indien weiter dramatisch. Nachdem Länder wie Deutschland und Großbritannien bereits ihre finanzielle und materielle Hilfe zugesagt haben, wurde nun auch das indische Militär zur Mithilfe angefordert. Bereits 40 Prozent der weltweiten Neuinfektionen fallen derzeit auf Indien. Die Lage droht immer weiter zu eskalieren. Die Ölmärkte reagieren darauf bislang verhalten, die Volatilität dürfte jedoch zunehmend größer werden.

Notierungen

ICE Gasoil Mai handelte zuletzt bei 526,75 Dollar, +4,00 Dollar. ICE Brent handelt bei 66,26 Dollar, das sind 0,61 Dollar zum Schluss Montag. ICE WTI handelt bei 62,33 Dollar.

 

 

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