Libyens Ölproduktion droht erneut bestreikt zu werden

Erneut haben Mitglieder der für die libysche Ölproduktion zuständigen Sicherheitskräfte mit Arbeitsniederlegung gedroht, sollten noch ausstehende Zulagen nicht bezahlt werden

09.04.2021 | Christoph Warich

 

Die Petroleum Facilities Guard (PFG), aktuell zuständig für die Überwachung der Ölfelder und der Exporthäfen Libyens, setzten am gestrigen Tag der Regierung ein Ultimatum von zwei Wochen für die Zahlung noch ausstehender Zulagen. Anderenfalls werde man das libysche Sharara-Ölfeld stilllegen.
Bereits Anfang des Jahres kam es durch einen Streit über die Bezahlung der Sicherheitskräfte am Ölexporthafen Marsa el-Hariga zu einer dreiwöchigen Betriebsunterbrechung, bevor eine Einigung zwischen den Parteien getroffen werden konnte. Mit einer Kapazität von 300.000 B/T ist das Sharara-Ölfeld das größte Ölfeld Libyens und steuert knapp 25 bis 30 Prozent der libyschen Exporte bei. Eine Bestreikung hätte direkte Auswirkungen auf die Region und den brüchigen Frieden des Landes.

Ölpreise gewinnen an Stabilität

Nachdem es als Reaktion auf die letzten Langzeithochs Anfang März zu einer Abwärtskorrektur kam, scheinen sich die Ölfutures in den letzten Wochen in einem Seitwärtstrend zu stabilisieren. Für die Nordseesorte Brent bedeutet dies einen Preisrahmen von 60 bis 65 US-Dollar.
Die Hoffnung auf eine langfristige Nachfrageerholung für die zweite Jahreshälfte ist demnach ungebrochen. Der Ausblick auf das laufende Quartal ist da jedoch schwerer einzuschätzen. Marktteilnehmer stehen aktuell vor der Frage ob die angekündigte Produktionssteigerung der OPEC+ genug Abnehmer findet oder der Preis unter einem Überangebot einbrechen wird. Mit Blick auf die weltweit sehr verschiedenen Geschwindigkeiten der Nachfrageerholung ist dies nicht unberechtigt. Während die USA und China auf Kurs in Richtung des Vor-Corona-Niveaus sind verbleibt Europa in einer Situation der Dauerstagnation. Und auch Indien, drittgrößter Ölverbraucher der Welt glänzt momentan eher mit Rekorden bei den Neuinfektionen, als beim Verbrauch von Rohöl und Destillaten. Die immer wieder aufkommende Diskussion um den AstraZeneca Impfstoff und seine Nebenwirkungen ist ebenfalls wenig vertrauensbildend.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 503,00 Dollar, +2,50 Dollar. ICE Brent handelt aktuell bei 63,00 Dollar, das sind -0,16 Dollar zum Schluss Donnerstag. ICE WTI handelt momentan bei 59,50 Dollar.

 

 

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