Ölpreise zuletzt auf Zweijahreshoch

Eine erhöhte Nachfrage sowie die unveränderte Förderquote der OPEC+ sorgen aktuell für die höchsten Rohölpreise seit über zwei Jahren

04.06.2021 | Christoph Warich

 

Das OPEC+ Meeting vom Dienstag endete, wie lange zuvor erwartet, mit der Freigabe der bereits vor Monaten beschlossenen Produktionssteigerungen für Juni und Juli, so dass für den Zeitraum bis zum Ende des nächsten Monats rund 2,1 Mio. B/T Rohöl an den Markt zurückkehren werden. Nach knapp 600.000 B/T im Mai wird es für diesen Monat eine zusätzliche Anhebung von 700.000 B/T und im Juli noch einmal weitere 840.000 B/T geben. Der Plan der OPEC+ scheint es zu sein, vorerst abzuwarten wie sich die Nachfragesituation mittelfristig entwickelt. Mögliche weitere Lockerungen ab August sind derzeit noch kein Thema.
Aktuell werden aber schon erste Stimmen laut, welche eine weitere Produktionssteigerung fordern. Der Vorstandsvorsitzende der Gazprom Neft, Alexander Dykukov sagte, Preise über 70 Dollar seien auf lange Sicht nicht stabil und könnten negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben sowie der US-Ölproduktion langfristig zu einer breiten Rückkehr verhelfen.
Angesichts der vielen Rücknahmen von Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie kehren viele Länder der Welt wieder in Ansätzen zu einem Normalzustand zurück. Dies führt zur einer starken Nachfrage nach Benzin und Kerosin. Die Benzinnachfrage ist in Europa und Russland bereits auf dem Niveau von 2019. Die Zahl der Inlandsflüge hat in den USA beinahe das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Mit einer weiteren Steigerung der Nachfrage dürfte demnach weit eher zu rechnen sein, als mit einer Stagnation. Es bleibt abzuwarten ob und wie die OPEC+ reagiert.

Atomverhandlungen verzögern sich

Nachdem die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in den letzten Wochen schneller vonstattengingen, als man es wohl Anfang des Jahres hätte vermuten können, kommt es nun zu unerwarteten Verzögerungen.
Grund sind Funde von nuklearem Material an mehreren iranischen Standorten durch die Internationale Atomenergieorganisation IAEA, welche von Seiten Teherans vorab nicht gemeldet wurden. Der Iran scheint sich diesbezüglich wenig kooperativ zu zeigen, so dass die laufenden Gespräche nun vorerst pausiert werden sollen.
Von vielen Seiten wurde eine Einigung noch vor den iranischen Präsidentschaftswahlen am 18. Juni erwartet. Glaubt man anonymen Stimmen aus dem Verhandlungskreis, dürfte sich dies nun eventuell sogar bis in den August verschieben.

Notierungen

ICE Gasoil Juni handelte zuletzt bei 580,75 Dollar, +4,50 Dollar. ICE Brent handelt bei 71,41 Dollar, das sind +0,10 Dollar zum Schluss Donnerstag. ICE WTI handelt bei 69,17 Dollar

 

 

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