OPEC+ Meeting steht bevor

Am kommenden Dienstag finden die Energie- und Ölminister der OPEC+ Mitgliedsstaaten wieder zusammen

28.05.2021 | Christoph Warich

 

Bei der Zusammenkunft dürfte es erneut darum gehen über die weitere Vorgehensweise bei den aktuellen Produktionskürzungen zu beraten.
Glaubt man einer von Bloomberg durchgeführten Umfrage unter 24 ausgesuchten Analysten und Tradern der Ölbranche, gehen knappe vier Fünftel der Befragten von einer planmäßigen Fortsetzung der seit Anfang Mai laufenden Lockerungen aus. Dies würde bedeuten, dass das Kartell im Juli weitere 840.000 B/T zusätzlich auf den Markt bringen und die Gesamtmenge so seit Mai um rund 2,1 Mio. B/T steigern würde. Gestützt wird diese Einschätzung von namentlich nicht genannten Delegierten der OPEC+ Gemeinschaft.
Mit einer Abweichung von den aktuellen Plänen rechnet demnach niemand so richtig, weshalb das Meeting auch nicht die große Aufmerksamkeit bekommt wie dies bei vorherigen Treffen häufig der Fall war. Frühestens zu Anfang Juli oder gar August dürfte es also wieder zu neuen Entscheidungen über die Produktionsmengen kommen.
Doch auch mit den aktuellen Lockerungen und Produktionssteigerungen hält die Förderallianz noch immer eine Produktionsmenge von gut 5,8 Mio. B/T vom Markt fern. Ob diese Menge, wie geplant zum April 2022, vollständig auf den Markt geworfen wird oder ob es auch dafür wieder eine schrittweise Rückführung gibt, dürfte Inhalt der zukünftigen Vollversammlungen sein.

US-Nachfrage weiter steigend

In den USA stehen weiterhin alle Zeichen auf Aufschwung, es wird aktuell mit einem besonders starken Anstieg der Ölnachfrage im Sommer gerechnet.
Die Zahl der Arbeitslosenanträge ist nun bereits die vierte Woche in Folge zurück gegangen, die laufende Berichtswoche zeigt damit so wenige Arbeitslosenanträge wie seit Mitte März 2020, dem Beginn der Pandemie, nicht mehr.
Die wirtschaftliche Erholung, welche Hand in Hand mit den steigenden Impfzahlen geht, findet vor allem in den USA, Europa und China statt. Große Teile Asiens und Lateinamerikas hinken zwar teilweise noch weit hinterher, von Afrika ganz zu schweigen, die für die globale Ölnachfrage wichtigsten Märkte befinden sich jedoch beinahe alle auf einem positiven Weg. Einer starken Sommersaison mit einem spürbar steigenden Nachfragebedarf, bedingt durch eine Zunahme des Straßenverkehrs sowie einer Wiederbelebung der Reisebranche, steht also nicht viel im Wege.

Notierungen

ICE Gasoil Juni handelte zuletzt bei 566,25 Dollar, +4,50 Dollar. ICE Brent handelt bei 69,78 Dollar, +0,32 Dollar zum Schluss Donnerstag. ICE WTI handelt bei 66,96 Dollar.

 

 

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