OPEC+ plant eine Produktionssteigerung um 2 Mio. B/T bis Ende Juni

Der Verbund ölproduzierender Länder hat sich am Donnerstag dazu entschlossen ihre bisherigen Produktionskürzungen ab Anfang Mai zurückzufahren

06.04.2021 | Christoph Warich

 

Wie bereits im letzten Monat haben die Mitglieder der OPEC+ auch bei ihrem diesmaligen Meeting eine Entscheidung entgegen aller Expertenprognosen getroffen. So wird geplant, im Mai und Juni zunächst je 350.000 B/T mehr Rohöl zu fördern. Im Juli soll die Produktion dann noch einmal um 450.000 B/T gesteigert werden.
Zusätzlich dazu wird Saudi-Arabien seine freiwillige Förderungskürzung in Höhe von knapp 1 Mio. B/T schrittweise rückgängig machen. So möchte das Königreich im Mai 250.000 B/T zurück an den Markt bringen, im Juni dann 350.000 B/T und weitere 400.000 B/T im Juli.
Die von der OPEC+ geplante Gesamtsteigerung der Produktion liegt also bei 2,15 Mio. B/T bis Juli. Bei einer im letzten Jahr vereinbarten Kürzung um 8 Mio. B/T nähert sich das Kartell also langsam wieder einer Normalisierung an, auch wenn die Produktion weiterhin um 5,85 Mio. B/T gedrosselt ist.
Begründet wird das Vorgehen mit der Erwartung nach einer gesteigerten Ölnachfrage in den Sommermonaten. Neben saisonal bedingten Faktoren, wie einem steigenden Bedarf an Kraftstoffen in der Baubranche oder der Landwirtschaft, gehen die Mitglieder der OPEC+ vor allem von einer Öffnung der Wirtschaft in Folge der Corona-Bekämpfung aus. Es wird damit gerechnet, dass die Impfkampagnen spätestens bis Ende des Sommers in den wichtigsten Industrienationen ihre Wirkungen zeigen werden und so für einen erheblichen Nachholbedarf an Reisen und Konsumausgaben führen werden. Für den Fall der Fälle wolle man, so die OPEC+, keine Überhitzung des Marktes oder ein Angebotsdefizit zulassen.
Große Reaktionen der Märkte blieben derweil aus. Zwar reagierten die Preise etwas und fielen um einige Prozentpunkte, jedoch blieb der Einfluss der Produktionssteigerung insgesamt eher gering. Dies dürfte als Zeichen gewertet werden, dass weiterhin mit einer Erholung der Nachfrage gerechnet wird.

USA planen Neustart der Iranverhandlungen

Die USA gaben bekannt, dass sie in Sondierungsgespräche über die Situation mit dem Iran treten möchten. Teilnehmen sollen sowohl europäische, chinesische als auch russische Vertreter. Nicht jedoch der Iran selbst. Es soll vorab festgestellt werden, welche Sanktionen eventuell gelockert und welche Zugeständnisse im Umkehrschluss verlangt werden können, um eine Rückkehr zum ehemaligen Atomabkommen zu ermöglichen. Dieses wurde im Jahr 2018 auf Bestreben des damaligen US-Präsidenten Trump einseitig von den USA gekündigt. Seitdem wurde der Iran international von der westlichen Welt durch Sanktionen isoliert. Den Handel mit Partnern wie Russland und auch China hat dies jedoch weit weniger eingeschränkt.
Die Gespräche sollen schon heute beginnen und als ein frühes Stadium der Verhandlungen mit dem Iran selbst verstanden werden. Auch wenn heute kaum mit einem großen Durchbruch zu rechnen sein dürfte, wird die Situation von den Teilnehmern als ein erster Schritt in die richtige Richtung begrüßt.

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ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 498,50 Dollar, ±0,00 Dollar. ICE Brent handelt bei 63,02 Dollar, und damit 0,87 Dollar zum Schluss Montag. ICE WTI handelt bei 59,54 Dollar.

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