OPEC+ Vollversammlung tagt heute

Die OPEC+ hält zum heutigen Tag ihre nächste Vollversammlung ab. Bereits gestern tagte das JMMC

01.04.2021 | Christoph Warich

 

Am Dienstag hat das Joint Technical Committee (JTC) der OPEC+ noch die Nachfrageprognosen für das Jahr 2021 korrigiert, gestern folgte dann die Besprechung des Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC). Anstatt jedoch, wie üblich, eine Handlungsempfehlung für die darauffolgende Ministerkonferenz abzugeben, blieb diese gestern aus. Dies wird als Zeichen dafür gewertet, dass noch immer zu große Uneinigkeit innerhalb der Gruppe und zu große Differenzen zwischen den einzelnen Standpunkten herrschen.
Vorab gehen die Expertenmeinungen jedoch größtenteils davon aus, dass die OPEC+ heute den Beschluss fassen wird, die bisherigen Produktionskürzungen von 8 Mio. B/T beizubehalten.

Frankreichs Lockdown belastet Nachfrageerholung

Während die aktuellen Bestandsdaten des US-amerikanischen Energieministeriums DOE einen erhöhten Ölbedarf und damit eine positive Entwicklung für die USA anzeigen und auch die asiatischen Länder in dieser Hinsicht etwas Optimismus verbreiten können, sorgt Europa weiterhin für Sorgenfalten im Gesicht vieler Marktteilnehmer. In vielen Ländern kommen weder die Impfungen voran, noch scheint die Situation mit anderen Mitteln ausreichend in den Griff bekommen zu werden. Infolgedessen hat sich Frankreichs Präsident Macron für einen erneuten, massiven Lockdown entschieden. Sport und Spaziergänge sind nur noch im Umkreis von 10 km um den eigenen Wohnort herum erlaubt, alle konsumorientierten Geschäfte müssen schließen. Und auch die Schulen werden nach Ostern vorerst zu bleiben.
Während die Ausgangsbeschränkungen den Reiseverkehr massiv ausbremsen, werden die Ladenschließungen für einen starken Rückgang der Transporte sorgen. Die Auswirkungen auf die Ölnachfrage dürften enorm sein. Unterdessen müssen Marktteilnehmer damit rechnen, dass weitere europäische Länder dem Beispiel Frankreichs folgen könnten.

Libyens neue Regierung will die Ölförderung steigern

Nach Jahren des Bürgerkriegs, der Unruhen und Unsicherheiten scheint sich die Lage in Libyen aktuell ein wenig zu normalisieren. Es konnte eine neue (Übergangs-)regierung gebildet werden und mit Mohamed Oun gibt es erstmals seit 2014 wieder einen Ölminister. Dieser verkündete die Pläne der neuen Regierung, umfangreiche Investitionen in die Öl- und Gasindustrie zu tätigen. Aktuell fördert Libyen ca. 1,2 Mio. B/T. In Folge von Unruhen ist die Förderung zeitweise auf 0,1 Mio. B/T gefallen. Den Plänen des Landes zufolge soll dieser Wert mit den Infrastrukturmaßnahmen in den kommenden 2 Jahren auf 1,6 Mio. B/T angehoben werden.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 496,50, -8,75 Dollar. ICE Brent handelt bei 63,25 Dollar, und damit +0,44 Dollar zum Schluss Mittwoch. ICE WTI handelt bei 60,19 Dollar.

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