Preisrutsch an Ölbörsen

Nach wochenlangen Höhenflügen kam es gestern zu einer kurzfristigen Abwärtskorrektur der Preise.

19.03.2021 | Christoph Warich

 

Nachdem die Ölpreise für eine gewisse Zeit nur den Weg nach oben kannten und mit der Ankündigung der OPEC+, ihre Produktionsstrategie fortzusetzen, ihren Höhepunkt erreichte, sind die Preise im Laufe des gestrigen Tages rapide gesunken. In der letzten Woche lag Brent noch bei 71 Dollar pro Barrel. Gestern waren es noch 63 Dollar. WTI sank sogar unter die 60 Dollar Marke.
Ein Grund für den Preisrutsch dürfte eine gewisse Abwärtskorrektur aufgrund der nicht eingetretenen Nachfrageerholung sein.

Europäische Impfkampagne heizt Nachfragesorgen an

Das Chaos bei den europäischen Impfkampagnen ist ein weiterer Grund für die umgeschlagene Stimmung an den Ölbörsen. Während die Impfungen in den EU-Ländern ohnehin sehr langsam vonstattengehen, sorgte der Verzicht vieler Länder auf den Impfstoff von AstraZeneca für zusätzliche Unruhe und Verzögerungen. Dass dieser nun doch wieder verabreicht werden kann, täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass dessen Akzeptanz in der Bevölkerung noch weiter gesunken ist.
Unterdessen verbreiten sich die mutierten Varianten des Corona-Virus in ganz Europa immer schneller. Während in Deutschland die ersten Öffnungen gerade erst richtig anlaufen und die Diskussionen um weitere Lockerungen anhalten, hat beispielsweise Frankreich erneut einen vier wöchigen Lockdown verhängt um das Virus einzudämmen. Über 50 Prozent der Neuansteckungen sind mittlerweile auf die britische Mutation zurückzuführen.
Während also in Ländern wie den USA, wo bereits über ein Drittel der Bevölkerung geimpft sind, die Nachfrage nach Benzin merklich zunimmt, könnte dies in Europa noch Monate dauern.

Fokus fällt nun erneut auf die OPEC+

Damit rückt die OPEC+, sowie deren nächste Vollversammlung in zwei Wochen, erneut in den Fokus der Marktteilnehmer. Es war die Entscheidung des erweiterten Kartells die Produktion vorerst gering zu halten, welche sich nun aufgrund der geringen Nachfrageerholung als die richtige erwiesen hat. Mit Blick auf die aktuelle Marktlage stellt sich die Frage wie die Mitgliederstaaten in den nächsten Wochen und Monaten agieren wollen und ob sie ein weiteres Mal bereit sein werden, keine Quotenanpassungen vorzunehmen.

Notierungen

ICE Gasoil April 497,50 Dollar, -17,75 Dollar. ICE Brent handelt bei 62,57 Dollar, das sind -0,71 Dollar zum Schluss Donnerstag. ICE WTI handelt bei 60,81 Dollar.

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