Schiffsverkehr im Suezkanal normalisiert sich

Nach einwöchiger Blockade durch das Containerschiff „Ever-Given“ wurde der Suezkanal gestern wieder für den Schiffsverkehr freigegeben

31.03.2021 | Christoph Warich

 

Nachdem der Frachter „Ever-Given“ zum Montag hin erst gelockert und anschließend befreit werden konnte, nahm die wichtigste Verbindungsroute zwischen Asien und Europa wieder ihren Betrieb auf. Schiffstracker und Satellitenbilder zeigen unterdessen, dass der Kanal bereits wieder in beide Richtungen befahren wird. Da die Kapazität von der Betreiberfirma mit 50 bis 85 Schiffen pro Tag angegeben wird, kann es noch einige Tage bis hin zu einer Woche dauern bis sich der entwickelte Stau vollständig aufgelöst hat.
Unterdessen sehen sich sowohl die Reederei als auch die Betreiberfirma des Kanals mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert. Sowohl von anderen Reedereien als auch Fabriken und Unternehmen drohen Klagen wegen fehlender oder verspäteter Lieferungen.
Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind derweil noch nicht abzuschätzen. Die Ölmärkte waren bisher nur dezent betroffen, da der Suezkanal seltener für Öllieferungen genutzt wird. Die indirekten Einflüsse können jedoch durchaus eine gewisse Strahlkraft auf die Ölnachfrage entwickeln.

OPEC+ Vollversammlung begann mit JTC-Meeting

Das gestern tagende Joint Technical Committee (JTC) der OPEC+ ließ im Laufe des Tages erste Informationen und Gerüchte zur morgen tagenden Vollversammlung durchsickern. So soll sich Saudi-Arabien für eine unveränderte Verlängerung der momentanen Produktionskürzungen in Höhe von 8 Mio. B/T ausgesprochen haben. Zusätzlich sei man bereit weiterhin 1 Mio. B/T freiwillig selbst vom Markt zu nehmen. Diese Konditionen sollen vorerst bis zum Juni beibehalten werden.
Es heißt, dass Russland einer Verlängerung der bisherigen Konditionen nicht abgeneigt sei, wird aber wahrscheinlich erneut auf eigene Zugeständnisse pochen. Bereits nach der letzten Vollversammlung gab es für Russland und Kasachstan Ausnahmegenehmigungen für kurzfristige Fördersteigerungen.
Für die aktuellen Gerüchte sprechen die aktualisierten Nachfrageprognosen der OPEC+. So geht das Kartell nun für das Jahr 2021 von einem Ölnachfragewachstum von insgesamt +5,6 Mio. B/T im Vergleich zum Vorjahr aus. Dies entspricht einer Abwärtskorrektur von -0,3 Mio. B/T zur letzten Prognose. Die größte Prognosekorrektur wurde derweil mit -1,0 Mio. B/T für die Monate April bis Juni vorgenommen.
Es zeichnet sich also ab, dass die Mitglieder der Vereinigung in den nächsten Tagen eine ähnliche Entscheidung wie Anfang März treffen werden, um einen Preisrutsch der Rohstoffe zu verhindern.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 508,25, +1,75 Dollar. ICE Brent handelt aktuell bei 64,56 Dollar, und damit +0,42 Dollar zum Schluss Dienstag. ICE WTI handelt bei 60,97 Dollar.

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