Suez-Kanal weiterhin blockiert – Ölpreise lassen dennoch nach

Der von einem Containerschiff blockierte Suez-Kanal ist weiterhin nicht passierbar und sorgt damit für starke Verzögerungen bei Öltransporten. Dennoch sank der Ölpreis leicht ab

25.03.2021 | Christoph Warich

 

Die „Ever-Given“, ein Containerschiff der Reederei Evergreen, ist mit ihren 400 Metern Länge und über 200.000 Tonnen Gewicht eines der größten Containerschiffe der Welt. Und sie blockiert noch immer den Suez-Kanal. Das havarierte Schiff konnte seit gestern zwar ein wenig bewegt werden, die Wetterbedingungen und die enorme Größe machen die Bergung jedoch zu einer Geduldsprobe. Die ägyptischen Behörden sowie die Betreibergesellschaft des Suez-Kanals wollen das Schiff im Laufe des Tages befreien, Experten rechnen jedoch damit, dass dies noch einige Tage dauern kann. Das aktuelle Niedrigwasser macht es extrem schwer den riesigen Frachter überhaupt in Bewegung zu setzen, so dass eventuell auf die einsetzende Flut und damit auch höhere Wasserstände gewartet werden muss.  
Der Stau betrifft laut des Dienstleistungsunternehmens Vortexa aktuell mindestens 10 Rohöltanker sowie neun Tanker mit Ölprodukten. Die steckengebliebene Menge Rohöl beläuft sich aktuell auf etwa 13 Mio. Barrel. Im Schnitt werden ungefähr 2 Mio. B/T durch den Suez-Kanal, einer der wichtigsten Handelswege der Welt.
Die Ölpreise werden durch den aktuellen Stau ein wenig stabilisiert, nachdem es zuletzt wieder zu Kursschwankungen und Preissenkungen kam.

Corona sorgt für alte und neue Sorgen

Die Situation rund um Corona hat die Weltwirtschaft scheinbar wieder fest im Griff. Die Euphorie der Impfkampagnen scheint, global betrachtet, größtenteils verflogen. Trotz guter Beispiele, wie Israel, Chile oder auch den USA verlaufen die Impfungen sehr schleppend, die Hoffnung einer raschen Erholung der Nachfrage hat sich bislang nicht erfüllt. Die neuen Virusmutationen lassen die Zahlen aktuell nicht nur in Europa in die Höhe schießen, in für den Ölmarkt wichtigen Schwellenländern wie Indien und Brasilien sind die Fallzahlen zuletzt wieder stark angestiegen. Indien vermeldete gestern gar die höchste Zahl an Neuinfektionen und Todesfällen an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Neue Lockdowns und Einschränkungen sind die Folge.
Gestern nahm die Bundesregierung die für Ostern verhängte Sonderruhe zwar zurück, dennoch wurde der eigentliche Lockdown bis mindestens zum 18. April verlängert. In so gut wie allen europäischen Ländern gelten ebenfalls strikte Lockdowns oder die bereits genehmigten Lockerungsmaßnahmen werden wieder kassiert. Für die globale Nachfrageerholung sind dies alles schlechte Zeichen.

OPEC+ Sitzung im April

Die für Anfang April geplante Vollversammlung der OPEC+ gerät so vermehrt in den Fokus. Bislang wird erwartet, dass das Kartell ihre Förderquoten erneut unverändert lässt, eventuell sogar nach unten korrigiert um auf die momentane Situation zu reagieren und die Preise zu stützen.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 501,25 Dollar, -6,75 Dollar. ICE Brent handelt bei 63,57 Dollar, -0,80 Dollar zum Schluss Mittwoch. ICE WTI handelt aktuell bei 60,26 Dollar.

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