Überraschende Bestandsaufbauten bei Rohöl vermeldet

Der US-amerikanische Interessenverband API meldete gestern Abend einen Anstieg der landesweiten Rohölvorräte

24.02.2021 | Christoph Warich

 

Trotz der verheerenden Kältewelle, welche für massive Produktionsausfälle und Betriebsstilllegungen gesorgt hat, sieht das American Petroleum Institute laut ihres aktuellen Berichts die Aufbauten zu- statt abnehmen. Während davon unabhängige Analysten zu dem Ergebnis kamen, dass der Einfluss der Produktionsausfälle größer war als der wetterbedingte Rückgang der Raffinerienachfrage, scheint das API hier andere Daten zu nutzen.
Einig hingegen ist man sich bei den Destillatvorräten. Diese haben, aufgrund der geringen Raffinerieproduktion der letzten Woche, stark unter den Ausfällen gelitten und gingen dementsprechend zurück. Für Benzin vermeldete man hingegen ebenfalls einen leichten Anstieg.
Das DOE wird am heutigen Nachmittag seinen Bericht zur aktuellen Bestandslage veröffentlichen. Neben einigen Abweichungen zur Sicht des API enthält dieser auch Zahlen über Importe und Exporte sowie genauere Angaben, inwieweit die Kältewelle die Nachfrage der vergangenen Woche tatsächlich beeinträchtigt hat.

Texas startet Wiederinbetriebnahme

Die texanischen Raffinerien versuchen laut Branchenangaben bis zur nächsten Woche die Wiederinbetriebnahme zu starten. Ob dies breitflächig gelingt, ist vorab nicht wirklich zu erwarten, teilweise werden noch immer Schäden gesichtet und Bestandsaufnahmen erstellt.
Dennoch soll die Ölproduktion im texanischen Bereich des Permabeckens bereits wieder zu 80 Prozent hergestellt sein. Ob dies reicht, um zeitnah die Ausfälle für den Monat Februar zu kompensieren, ist jedoch zu bezweifeln. Die US-Investmentbank Goldman Sachs prognostizierte bereits einen Rückgang der durchschnittlichen Rohölproduktion für den laufenden Monat um etwa 700.000 B/T.

Globales Angebotsdefizit sorgt für hohe Preise

Das Handelshaus Vitol sieht kurzfristig ein globales Angebotsdefizit auf die Märkte zukommen. Insgesamt sollen die weltweiten Bestände um etwa 2 Mio. B/T sinken, wobei zeitgleich die Ölnachfrage wieder ansteigt. Bei Vitol rechnet man bereits zum Ende des Jahres mit dem Wiedererreichen des Vor-Corona-Niveaus, insbesondere bei Benzin, Diesel und Heizöl.

Notierungen

ICE Gasoil März handelte zuletzt bei 530,75 Dollar, -1,25 Dollar. ICE Brent handelt derzeit bei 65,38 Dollar, +0,01 Dollar zu Schluss Dienstag. ICE WTI handelt bei 61,44 Dollar.

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