Unerwarteter Abbau von Rohölbeständen

Das API vermeldete gestern Abend einen überraschenden Abbau der US-amerikanischen Rohölbestände

17.03.2021 | Christoph Warich

 

Aus dem von Analysten und Experten erwarteten, weiteren Aufbau der Rohölbestände ist leider nichts geworden. Denn ganz im Gegensatz zum prognostizierten Plus von +1,4 Mio. Barrel sank der Bestand um -1 Mio. Barrel. Die Daten zum US-Zentrallager in Cushing liegen bisher noch nicht vor, gerüchteweise sollen jedoch auch diese zurückgegangen sein. Ebenfalls überraschend stiegen die Destillatbestände, während die Benzinabbauten geringer ausfielen als zuvor angenommen.
Die Zahlen des American Petroleum Institut weisen darauf hin, dass sich die US-Raffinerieproduktion langsam wieder zu normalisieren scheint, nachdem sie aufgrund der heftigen Wettereskapaden des Februars wochenlang lahmgelegt waren. So sind die extremen Bestandsdaten der letzten Wochen auch auf Verzerrungen durch die kältebedingten Ausfälle zurückzuführen. Diese Situation dürfte nun vorbei sein.

Europäischer Impfstopp für AstraZeneca sorgt für Unruhe

Der Optimismus, der sich mit dem Aufkommen und Verabreichen der Impfstoffe auf den Ölmärkten breit gemacht hat, bekommt durch den aktuellen Stopp für AstraZeneca leichte Dellen. Einer der Gründe für die aktuell hohen Ölpreise ist die Wette darauf, dass sich die weltweite Lage mit einer flächendeckenden Immunität zur zweiten Jahreshälfte normalisiert und die Nachfrage dadurch massiv anzieht. Dadurch, dass nun der am meisten vorhandene Impfstoff aufgrund von gesundheitlichen Risiken nicht weiter verabreicht wird, ist dieses Ziel ein wenig weiter in die Ferne gerückt.
Anders als in anderen Ländern, in den USA sind bereits 30 Prozent der Bevölkerung geimpft, dauern die Impfkampagnen in Europa ohnehin länger als vorab angenommen. Für Deutschland ergibt sich eine Impfquote von nur 10 Prozent, für die gesamte EU sogar nur von 6,6 Prozent.
Experten sehen darin große Gefahren für die Nachfrageerholung und prognostizieren durch die sich daraus entwickelnden Preisvolatilität Risiken für die Märkte weltweit.

IEA Monatsbericht wird im Laufe des Tages erwartet

Mit großer Aufmerksamkeit wird dementsprechend heute der monatliche Bericht der IEA erwartet. Dieser dürfte Aufschluss über die aktuelle Entwicklung zur Nachfrageerholung und Produktion geben. Nachdem die OPEC vergangene Woche recht positive Signale vermeldete, wird es interessant sein, wie die Einschätzung der IEA ausfällt.

Notierungen

ICE Gasoil April handelte zuletzt bei 541,25 Dollar. ICE Brent handelte bei 68,79 Dollar, das sind +0,39 Dollar zum Schluss Dienstag. ICE WTI handelt momentan bei 65,10 Dollar.

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