US-Bestandsdaten mit hohen Abbauten

Die gestern vom API veröffentlichten Zahlen zeigen, neben deutlichen Aufbauten bei den Rohölbeständen, vor allem massive Abbauten bei Destillaten und Benzin

03.03.2021 | Christoph Warich

 

Analysten hatten zuvor einen leichten Abbau des Rohöls sowie geringe Rückgänge im Bereich der Produkte prognostiziert. Dass die Situation nun anders aussieht, spiegelt vor allem die weiterhin beeinträchtigte Situation im Bereich der US-amerikanischen Ölindustrie wider, welche sich nach wie vor vom Wetterchaos der letzten Wochen erholen muss.
Es sind auch weniger die Bohr- und Förderanlagen von Ausfällen betroffen, als vielmehr der Raffineriesektor. Dort sind weiterhin zahlreiche Anlagen beeinträchtigt, eine Produktion überhaupt nicht oder noch nicht vollständig möglich.
Dies erklärt einerseits die Aufbauten im Bereich des Rohöls, andererseits den hohen Rückgang der Destillate.
Nach der Veröffentlichung des DOE-Berichts, mit dem im Laufe dieses Tages zu rechnen ist, wird ein noch umfassenderes Bild über den Status nach der dramatischen Kältewelle möglich sein.

OPEC+ Meeting wirft seine Schatten voraus

Die große Vollversammlung aller 23 Mitgliedsstaaten am kommenden Donnerstag lässt aktuell die Gerüchteküche heiß laufen und Spekulationen über die zukünftige Fahrtrichtung des Öl-Kartells machen die Runde. Einig ist man sich wohl schon dabei, dass es eine Anhebung der Produktionsquoten geben soll. Wie hoch diese ausfallen soll und in welchem Zeitraum sie vonstattengeht, ist jedoch weiterhin Grund für Diskussionen.
Möglich ist hier eine Steigerung von 500.000 B/T, wie es aus dem Umfeld der OPEC+ zu vernehmen ist. Diese Menge scheint möglich, ohne die weltweiten Lagerbestände und damit den stabilen Preis zu belasten.
Jedoch steht anschließend zur Debatte, wie Saudi-Arabien mit seiner momentanen, freiwilligen Förderkürzung umgehen wird. Sollte diese, wie hinter vorgehaltener Hand kommuniziert, im April auslaufen, stehen dem Markt so bis zu 1,5 Mio. B/T zusätzlich zur Verfügung.
Es wird einen großen Teil des Meetings einnehmen, die Frage zu beantworten, wie man ausreichend Öl auf den Markt bringt, ohne erneut die Stabilität der Preise zu gefährden. Der Zusammenhalt der letzten Monate unter den Mitgliedern ist eher als Ausnahme zu verstehen und absolut kein Standard. Es bleibt spannend zu sehen, wessen Einzelinteressen vermeintlich schwerer wiegen werden, als das große Ganze.

Notierungen

ICE Gasoil März handelte zuletzt bei 516,00 Dollar, -1,75 Dollar. ICE Brent handelt bei 63,17 Dollar, das sind +0,47 Dollar im Vergleich zum Schluss am Dienstag. ICE WTI handelt momentan bei 59,97, Dollar.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation