Augenwischerei für Spekulanten

Ölpreis steigt auf über 35 Dollar. Ölproduktion soll weiter gesteigert werden.

19.02.2016

Es geht wieder aufwärts mit dem Ölpreis, in dieser Woche deutlich von unter 30 auf über 35 Dollar pro Barrel im Falle der Nordseesorte Brent. Dabei stimmen die Bedingungen immer noch nicht, um einen solchen Preis zu rechtfertigen: Das Überangebot ist nach wie vor hoch, die Nachfrage zu gering, um die Ölschwemme zurückzudrängen. Dafür verantwortlich ist vielmehr ein Schachzug, der die Spekulanten am Rohstoffmarkt offenbar überzeugen konnte - auch wenn es mehr Augenwischerei ist. Der "Business Insider" erklärt es. Drei Millionen Barrel Überschuss oberhalb der Nachfrage produziert die Welt an Öl derzeit. Und auf diesem Niveau soll die Produktion eingefroren werden, so der Deal zwischen Russland und Saudi-Arabien, die gemeinsam etwa ein Viertel der weltweiten Fördermenge ausmachen.

Das heißt, es soll nicht weniger, sondern nicht noch mehr Öl produziert werden. Die Spekulanten freut das. Nun hat sich auch der Iran eingeschaltet und diesen Deal grundsätzlich gutgeheißen. Selbst einsteigen will der Staat allerdings nicht, die heimische Produktion ist nach dem Fall des Embargos gerade wieder im Hochfahren begriffen, die ersten Tanker sind auf dem Weg nach Europa. Falls nun ein Inkrafttreten dieses Deals daran hängt, dass der Iran seine Produktion wieder einfriert, kurz nachdem er wieder die Bühne des weltweiten Ölhandels betreten hat, ist er bereits jetzt Makulatur.

Dass der Iran bei diesem Deal nicht mitmachen wird, lässt sich jetzt schon aus den Äußerungen des iranischen Ölministers herauslesen: so will der Iran seine Produktion weiter hochfahren, um seinen Anteil am weltweiten Ölmarkt abzustecken, berichtet CNN. Die einzige Möglichkeit, die derzeitige Überproduktion wieder einzufangen, ist also weiterhin ein höherer Konsum - den Saudi-Arabien nicht müde wird zu beschwören. Danach sieht es allerdings im Moment nicht aus.

Die OECD hat die Wachstumsprognose für die Weltkonjunktur gesenkt, schreibt das Handelsblatt. Die USA werden zur Wachstumslokomotive, auch Deutschland steht gut da. Doch die erwarteten Zahlen werden beide nicht erreichen. China bleibt ein großer Unsicherheitsfaktor, auch die anderen Schwellenländer, darunter auch Russland, schwächeln. Mit erhöhtem Ölkonsum ist also erst einmal nicht zu rechnen, glaubt man der OECD.

Der Druck auf den Ölpreis bleibt demzufolge hoch. Der schwelende Konflikt zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien bleibt ebenfalls bestehen. Es wird also, den Äußerungen Irans nach zu urteilen, tendenziell mehr Öl hinzukommen als abgetragen wird. Für den Heizölverbraucher bedeutet dies, dass diese kurzfristigen Aufschläge, sollten sie sich zunächst verstetigen, trotzdem rasch wieder bröckeln können.

Heizöl-Preisrechner

Laptop Preismail

Die comoil-Preismail

Sie erhalten eine E-Mail mit dem aktuellen Heizölpreis für Ihren Lieferort und Ihre Bestellmenge. Täglich, alle 3 Tage, wöchentlich oder alle 2 Wochen, ganz wie Sie wollen. Einfach mal ausprobieren.

Mehr erfahren

Handy Preisalarm

Der comoil-Preisalarm

Automatisch melden wir uns per E-Mail bei Ihnen, wenn der von Ihnen festgelegte Preisbereich über- bzw. unterschritten wird. Natürlich aktuell und abgestimmt auf Ihren Lieferort und Ihre Bestellmenge.

Mehr erfahren

Der comoil Heizöl Newsletter

Newsletter

Der comoil Heizöl-Newsletter "comoil kompakt" informiert Sie in unregelmäßigen Abständen rund um das Thema Heizöl. "comoil kompakt" ist selbstverständlich kostenlos und unverbindlich.

Newsletter abonnieren