Das Kartell liegt auf Eis

Nigeria und Venezuela verlierer der niedrigen Ölpreise. Russland mit Rekordproduktion.

11.12.2015

Die gute Nachricht für alle Heizölkäufer vorweg: In dieser Woche ist der Preis für den Brennstoff sehr deutlich gesunken. Viele Tanks mögen noch gut gefüllt sein. Allerdings gehen viele Experten davon aus, dass der Ölpreis und damit auch der Heizölpreis noch eine Weile niedrig bleiben wird. Manche pessimistischen Stimmen sprechen sogar von einem Ölpreis von 20 Dollar pro Barrel, die Opec dagegen ist optimistisch. Klar, muss sie auch sein, um die Förderländer mit einem hohen Sparzwang bei der Stange zu halten. Die Internationale Energieagentur ist weniger optimistisch. Sie geht 2016 von einem weiter fallenden Ölpreis aus, der schädlich für die weltweite Wirtschaft sein könnte.

Und nicht nur für die Wirtschaft - ein niedriger Ölpreis stürzt vor allem Länder in tiefe Krisen, die besonders abhängig vom Rohölexport sind. Nigeria zum Beispiel, Venezuela und andere kleinere Opec-Förderländer versuchen ständig die Notbremse zu ziehen. Saudi-Arabien als einflussreichstes Opec-Land aber hält bislang dagegen, um seine Marktanteile gegenüber der US-Schieferölindustrie wieder zu behaupten. Das mag gelingen, wie die Ölimportzahlen in dieser Woche in den USA zeigen - diese steigen an. Die US-Produktion sinkt. Aber die Politik Saudi-Arabiens geht zu Lasten der weniger finanzstarken Länder. Das schürt Krisen, berichtet auch der "Spiegel". 

Auch Russland könnte in eine deutlichere Rezession abrutschen. Schon jetzt produziert das Land Rekordmengen an Öl, um mit der Opec mitzuhalten und seinerseits Marktanteile zu behaupten. Jeder produziert also, so viel er kann - das System Opec funktioniert nicht mehr, das Kartell liegt auf Eis. Dadurch, dass die Angebotsseite Jahrzehnte von einem Kartell vertreten wurde, konnte dieses die Preise durch Begrenzung oder Anhebung der Förderquoten maßgeblich regulieren. Weil nun alle Ölhähne offenstehen, ist das Kartellsystem ausgehebelt, der Markt reguliert nun selbst durch Angebot und Nachfrage. Der Kampf um Marktanteile treibt den Preis weiter in den Keller, denn die Nachfrage ist zwar hoch, aber dennoch zu gering für so viel Öl. Und zwar so lange, bis eine Seite den Preiskampf aufgibt.

Massiv auf die Bremse treten laut "Handelsblatt" auch die Energiekonzerne. Die Zeiten, in denen die Gewinne nur so sprudelten, ist vorbei. Insbesondere dann, wenn der Kampf um Marktanteile noch eine längere Zeit anhalten sollte. Entlassungen und Investitionskürzungen sind keine Seltenheit mehr in der Branche. Das allerdings könnte mittel- bis langfristig dazu führen, dass der Ölpreis über die Maßen teuer wird - dann, wenn der Kampf vorbei, der Markt bereinigt ist. Denn dann fehlt es an Explorationsinvestitionen und neuen Bohrvorhaben. Allerdings wird die Zeit zeigen müssen, ob diese Einschätzung tatsächlich stimmt. Denn noch ist das Angebot deutlich höher als die Nachfrage. Sobald dieses Verhältnis wieder kippt, kommt es darauf an, ob die Konzerne schnell reagieren können. Falls nicht, wird das Öl deutlich teurer.

 

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