Der Preis fällt

USA legen kein Bekenntnis zum Freihandel mehr ab. Russland kauft Krisenwährung Gold.

24.03.2017

Der Ölpreis kennt in dieser Woche tendenziell nur eine Richtung: abwärts. Der Rückfall des Preises steht der Förderdrosselung weiter gegenüber, eigentlich müsste dies den Preis pushen. Dennoch bleiben die Überkapazitäten weltweit hoch und sind noch nicht genügend abgeschmolzen. Gleichzeitig meldet die Internationale Energieagentur, dass weltweit Öl- und Gasvermögen im Wert von 1,3 Billionen Dollar aufgegeben werden, wenn sich die Energieunternehmen nicht auf das Pariser Abkommen zum schrittweisen Wechsel hin zu erneuerbaren Energien einlassen. Das meldet der "Telegraph". Der Umstieg bietet also massive Chancen für die Energieunternehmen, wenn sie sich anpassen können. 

Anpassen muss sich offenbar auch Norwegen. Der europäische Öl- und Gasproduzent kämpfte lange mit den niedrigen Preisen. Trotz der steigenden Preise bleiben die Aussichten für das Land trübe. 2017 könnte der Tiefpunkt allerdings erreicht sein, meldet die ARD. Die USA unter ihrer neuen Administration scheint sich um den IEA-Bericht und noch immer recht niedrige Preise nicht zu scheren. Derzeit bohren die US-amerikanischen Schieferöl-Unternehmen bei einem Preis von um die 50 Dollar pro Fass offenbar wieder in der Gewinnzone. Die Zahl der Ölbohrlöcher steigt weiter, meldet der Blog Marketrealist. Dies ist ganz im Sinne der Trump-Administration, die die Beschränkungen für Öl- und Gasfirmen weiter aufheben möchte.

Der Euro gab in dieser Woche etwas nach - womöglich unter dem Eindruck der bevorstehenden Abstimmung im US-Repräsentantenhaus. Dort will US-Präsident Trump Obamacare durch ein neues Gesetz ersetzen. Die Abstimmung könnte zeigen, ob sich der Präsident künftig auch mit anderen Reformplänen durchsetzen kann. Der erste Anlauf war nicht gelungen, das Repräsentantenhaus stellte sich quer. Die Abstimmung wurde verschoben. Trump drohte daraufhin seiner eigenen Partei, dass Obamacare bleibt wie es ist, wenn sein "American Healthcare Act" nicht durchgewunken wird, meldet die Tagesschau. Die Abschaffung der Krankenversicherung, die Barack Obama vor sieben Jahren gesetzlich regelte, war eines der zentralen Wahlkampfversprechen Trumps. Doch die republikanische Partei ist gespalten, einigen gehen die Änderungen nicht weit genug, andere befürchten, dass ihre Parteibasis die harten Einschnitte als unsozial empfinden und sie bei den nächsten Kongresswahlen abstrafen könnte.

Zusätzliche Verunsicherung für den Markt kommt erneut aus den USA. Das vergangene Treffen der G20-Finanzminister brachte keine Klarheit über den Kurs der Vereinigten Staaten bezüglich des weltweiten Freihandels, weil die US-amerikanische Delegation es nicht zu einem Bekenntnis zum Freihandel kommen lassen wollte. Entsprechend legten die G20-Minister auch nur einen Minimalkonsens vor, so das Handelsblatt. Die Zeichen stehen auf Protektionismus. Der soll den heimischen Energiesektor weiter pushen, ungeachtet der weltweiten Überkapazität. Die will die Opec weiter zurückdrehen, deshalb wird über eine Verlängerung der Förderkürzung über das erste Halbjahr 2017 hinaus nachgedacht - allerdings nur, wenn die Nicht-Opec-Staaten erneut mitmachen. 

Derzeit schauen die Händler genau hin, was auf dem Markt passiert. Denn noch ist die Förderkürzung noch nicht von allen Beteiligten restlos umgesetzt, vor allem Russland hinkt seinem Soll noch weit hinterher. Nach Angaben der "Welt" kauft das Land gleichzeitig Gold auf, um sich strategisch weiter von den USA abzukoppeln, ungeachtet der Finanzkrise, Sanktionen und dem schwierigen Ölgeschäft derzeit. Russland scheint also eher an eine Verschärfung der Probleme mit den USA zu glauben, denn bei Gold handelt es sich um eine Krisenwährung, die gegen das Auf und Ab der weltweiten Geldbewegungen resistent ist.

 

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