Die erste Euphorie ist verflogen

Markt bleibt skeptisch, ob die geplante Drosselung von der Opec durchgesetzt wird.

09.12.2016

Die erste Euphorie am Markt wegen der tatsächlich eingetretenen Förderdrosselung ist erst einmal verflogen. Der Blick auf die Realität verrät, dass die riesigen Produktionsmengen so schnell nicht schwinden werden. Zudem gibt es einige Opec-Länder, die von der Drosselung ausgenommen sind und weitere Nicht-Opec-Länder müssen der Förderkürzung erst einmal zustimmen.  Offenbar macht sich langsam ein gewisses Misstrauen am Markt breit, ob die Förderkürzung tatsächlich hält. Alle Augen richten sich allerdings langsam auf die Europäische Zentralbank. Dort wird über das aktuelle Anleihekaufprogramm gesprochen, der Markt hofft natürlich auf eine Verlängerung dieser Maßnahme.

Ob der Ölpreis weiterhin steigt, hängt nun auch von den USA ab. Denn ein höherer Ölpreis befähigt auch US-amerikanische Bohr- und Fracking-Unternehmen, wieder an den Markt zurückzukehren, weil sie wieder profitabler arbeiten können. Nach Angaben des Branchendienstes Baker Hughes ist die Zahl der Bohrvorhaben in den USA zum 2. Dezember erneut gestiegen. Der Preiskampf hat zudem den Ölmarkt transformiert, so das Branchenportal OilPrice.com. Der Preiskampf habe dazu geführt, dass die US-Unternehmen mit großer Geschwindigkeit an neuen Produktionstechnologien forschen, um profitabel zu bleiben. Das könnte mittel- bis langfristig in einer erneuten Ölunabhängigkeit der USA münden.

Hinzu kommt, dass die Trump-Administration bereits angekündigt hat, eine deutlich ölfreundlichere Politik zu betreiben als die Obama-Administration. Zum Beispiel sollen Pipelines dort gebaut werden, wo Präsident Obama aus Umweltschutzgründen sein Veto eingelegt hat. Damit stehen die Chancen gut, dass die USA wieder zu der Ölmacht werden, die sie vor dem Preiskampf mit den Opec-Staaten waren. Ein erster Schritt ist nun getan: ein erklärter Freund der Öl- und Kohleindustrie wird zum Chef der US-amerikanischen Umweltbehörde, so das Manager Magazin. Trump hatte angekündigt, umweltpolitische Regeln für die Ölindustrie zurückzunehmen, sobald er Präsident ist.

Der Deal, den die Opec-Staaten zur Kürzung ihrer Förderung abgeschlossen haben, kam vor allem durch die Bereitschaft von Russland zustande, die Fördermenge um 300.000 Barrel pro Tag zu kürzen. Dennoch bleibt der russische Haushalt unter Druck. Aus diesem Grund kommt ein zweiter Deal zur rechten Zeit: Der größte russische Ölkonzern Rosneft verkauft knapp 20 Prozent an ein Konsortium aus dem Schweizer Rohstoffkonzern Glencore und dem Vermögensfonds von Katar, so das Handelsblatt. So fließt nicht nur frisches Geld aus dem Verkauf in den russischen Staat, der Mehrheitseigner von Rosneft ist, sondern auch aus einem möglichen höheren Ölpreis - was aber noch nicht sicher ist.

Denn die Förderkürzung muss durchgesetzt werden, und dafür gibt es bei der Opec keinerlei Instrumente. Der Deal steht auf dem Papier. Weitere Treffen werden zeigen, inwieweit die beteiligten Länder ihren Anteil an der Förderkürzung umsetzen. Solange es keine Anstrengungen in diese Richtung gibt, wird der Preis weiterhin niedrig, der Markt also skeptisch bleiben.

 

 

 

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