Iran gegen Saudi-Arabien

Naimi gegen Förderkürzungen. Iran möchte Ölproduktion weiter ausbauen.

26.02.2016

In dieser Woche waren die Preise der beiden Leitsorten zunächst stabilisiert, bis eine kurze Äußerung gegenüber der Presse sie wieder zum Rückzug zwangen. Grund dafür ist die Äußerung des saudischen Ölministers al Naimi, der nach Angaben des Handelsblattes keine Förderkürzungen in Aussicht stellt, um den Preis zu stabilisieren. Saudi-Arabien wolle keinen "Krieg" gegen die US-amerikanischen Produzenten anzetteln, so al Naimi. Es gehe allerdings um Marktbereinigung. Diejenigen, die zu teuer produzierten, müssten den Markt verlassen, sagte der Minister. Das wiederum war für die Händler ein mehr als deutliches Zeichen, dass die Rekordproduktion weitergeht - und der Deal zwischen Russland und Saudi-Arabien nicht mehr wert ist als das Papier, auf dem er steht.

Das derzeitige Einbrechen der Fördermenge in den USA sei nicht genug, um das globale Überangebot zu absorbieren, sagte al Naimi außerdem, so der Blog MarketWatch. Hinzu käme nun noch der Iran, der das Ganze nur noch schlimmer machen würde. Hier kommt nun die politische Komponente des Preiskrieges wieder ins Spiel. Denn der Kampf zwischen den Regionalmächten, dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Königshaus in Saudi-Arabien wird nun auch über den Ölpreis ausgetragen. Der Iran wird demzufolge seine Fördermenge nicht einfrieren, sondern weiter hochfahren. Das Einfrieren sei "ein Witz", zitiert die US-amerikanische Nasdaq den iranischen Ölminister Zangeneh. 

Iran will seine Produktion von 500.000 Barrel pro Tag bis Ende des Jahres um 250.000 Barrel pro Tag steigern. Zum Vergleich: Saudi-Arabien fördert derzeit täglich rund zehn Millionen Barrel Rohöl. Mit einer Produktionssteigerung will der Iran die in den vergangenen Jahren verlorenen Marktanteile wieder zurückgewinnen. Beides, die saudische Absage an eine Förderkürzung und die iranische Absage an ein Einfrieren seiner Förderquote, setzte den Preis in dieser Woche wieder deutlich unter Druck. 

Ein weiterer Faktor ist die US-amerikanische Lagerhaltung: Dort haben sich nach Angaben des Department of Energy die Tanks wieder um 3,5 Millionen Barrel gefüllt. Das spricht nicht dafür, dass die US-Produktion den Worten des saudischen Ölministers widerspräche, denn auch die Importzahlen haben sich verändert, sie stiegen, so der Blog für Wirtschaftsanalyse Market Realist, die diesjährigen Importe lägen um 11 Prozent höher als im vergangenen Jahr.Außerdem geht die Zahl der Ölbohrungen in den USA zurück. Und das in überraschend hohem Maße: In dieser Woche zählte der Branchendienst Baker-Hughes 413 Oil Rigs, also Bohrlöcher, in der vergangenen Woche waren es noch 439.  Das könne natürlich auch daran liegen, dass die Preise schlicht im Keller sind und die USA die Chance zum Einkaufen nutzen - die gleiche Taktik wie sie China derzeit fährt.

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