Billiges Öl und billiges Geld

Mehr Angebot als Nachfrage sorgen für günstige Preise. Iran tritt wohl bald in den Markt ein.

30.10.2015

Die Rohölpreise dümpeln auch in dieser Woche mehr oder weniger vor sich hin, die Leitsorten Brent rund um die 50-Dollar-Marke, WTI knapp darunter. Grund dafür ist unter anderem der starke Dollar, der in dieser Woche den Ölkauf für Händler aus dem Nicht-Dollar-Raum teurer macht. Insgesamt aber hat sich an der Lage nichts geändert: zu viel Öl und im Verhältnis dazu zu wenig Nachfrage. Das billige Öl schreckt allerdings manch Neueinsteiger nicht vor Investitionen ab, meldet die Süddeutsche. Während die Großen der Branche in die roten Zahlen rutschen und Arbeitsplätze abbauen, steigt mancher Investor gerade jetzt ein. Billiges Öl lässt aber auch andere Preise purzeln.

Fossile Energieträger wie Gas und Kohle werden dadurch ebenfalls billiger, so die FAZ. Die niedrigen Energiekosten bedingen außerdem weiter die niedrige Inflation im Euroraum. Die liegt im Moment nahe Null. Ein Grund für die Europäische Zentralbank, über eine Ausweitung ihrer Anleihekäufe nachzudenken. Zurzeit wirkt das Instrumentarium nicht. Bestenfalls hält es eine extrem geringe Inflation am Laufen, wie das Handelsblatt schreibt. Künftig könnte die EZB dieses Kaufprogramm verlängern, das monatliche Volumen von derzeit 60 Milliarden Euro erhöhen, den Strafzins für Bankeinlagen weiter erhöhen oder die Zusammensetzung der Anleihekäufe strategisch ändern.

Alleine die Aussicht auf Prüfung der EZB-Strategien ließ den Aktienmarkt in dieser Woche jubilieren, natürlich wegen der Aussicht auf noch mehr Geld aus den Schleusen der Notenbank. Andererseits fiel der Euro - schlecht für Ölhändler, die nun weniger Öl für ihr Geld erhalten. Das ließ den Heizölpreis auch am Ende der Woche wieder ins Plus drehen. Dennoch bleibt es bei der erwähnten deutlichen Ersparnis gegenüber dem Vorjahr: 100 Liter kosten etwa 40 Prozent weniger als im Vorjahr.

Dabei steuert der Ölpreis allerdings auf einen neuen "Tipping Point" zu, wie CNBC meldet - einen Punkt des Umbruchs. Die Gründe: der Iran beginnt bald mit der Ölversorgung. Käufer könnten bald pro Tag 500.000 Barrel iranisches Öl kaufen, heißt es aus dem Land. Das könnte den Ölpreis wieder in den Keller schicken. Hinzu kommt der Ausbau weltweiter Raffinerien, die aufgrund mangelnder Nachfrage aber weniger produzieren, die Widerstandskraft der US-Fracking-Industrie gegen den Preiskampf, die Rekordfördermengen in Saudi-Arabien und Russland sowie Chinas möglicherweise schwächelnder Energiehunger.

All dies zusammen könnte, falls alle Negativ-Faktoren eintreffen, für eine deutliche Abwertung des Ölpreises sorgen - eine gute Nachricht für Verbraucher, die auf lange Sicht weniger für Öl bezahlen müssen als noch vor einem Jahr. Was außerdem passiert, wenn der Ölpreis weiter niedrig bleibt, darüber spekuliert auch der britische Independent in der Online-Ausgabe - profitieren werden vor allem die energiehungrigen Schwellenländer, heißt es dort, nicht so sehr Europa. Aber das wird sich erst zeigen.

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