Kürzung mit Verfallsdatum

Opec einigt sich auf eine Drosselung um 1,2 Millionen Barrel - für ein halbes Jahr.

02.12.2016

Allen Skeptikern zum Trotz: auf ihrem ordentlichen Treffen in Wien hat die Organisation erdölexportierender Länder, die Opec, eine Förderkürzung beschlossen - zum ersten Mal seit acht Jahren. Binnen weniger Stunden ist der Ölpreis danach deutlich gestiegen. 1,2 Millionen Barrel will das Kartell künftig weniger fördern. Die Produktion ist bei 32,5 Millionen Barrel pro Tag gedeckelt. Erreicht wurde dies vor allem dadurch, dass das Neu-Opec-Land Indonesien, das erst seit Beginn des Jahres Kartellmitglied ist, seine Mitgliedschaft aussetzt. Außerdem werden auch Nicht-Opec-Länder wie Russland ihre Produktion um 600.000 Barrel herunterfahren.

Daraufhin waren die Preise rasant angestiegen. Und die Preisrally wird sich wohl noch eine Weile fortsetzen, da die Einigung für viele Experten und den Markt offenbar doch überraschend kam. Nun werden Einzelheiten des Deals bekannt. Demnach trägt Saudi-Arabien mit 500.000 Barrel die Hauptlast der 1,2 Millionen Barrel zu kürzender Produktion, auch der Irak will 300.000 weniger fördern. Nur der Iran hat eine Ausnahmegenehmigung erhalten und darf ausweiten. Die Kürzung allerdings gilt nur für ein halbes Jahr. Danach soll über eine Verlängerung oder ein Aussetzen dieses Abkommens beraten werden. Näheres hat das Handelsblatt recherchiert.

Eine Einigung über das Drosseln der Produktion hat allerdings nicht nur Auswirkungen auf den Öl- und Heizölpreis, sondern auch auf Inflation und Zinsen. Niedrige Energiepreise waren der Hauptgrund dafür, dass die Inflation in der Eurozone so niedrig war. Nun könnte sie anspringen und die EZB ein wenig durchatmen lassen. Die war wegen ihrer lockeren Geldpolitik in den vergangenen Monaten teils heftig in die Kritik geraten. Am 8. Dezember trifft sich die EZB-Spitze, um über die Leitzinsen zu beraten. Aktuell sind die noch im Keller. EZB-Chef Draghi ist davon überzeugt, dass sich die Politik des billigen Geldes auf die Wirtschaftslage in der EU positiv aus. Noch sind die Aussichten allerdings nicht rosig. Deshalb gehen Experten davon aus, dass das milliardenschwere Anleihekaufprogramm der EZB auch im kommenden Jahr fortgeführt wird. Außerdem warnt Draghi mittlerweile vor einer Immobilienblase in acht europäischen Ländern, so das Wall Street Journal - Folge niedriger Zinsen und der Suche vieler Anleger nach rentablen Geldparkplätzen.

Ob sich nun der Ölpreis wieder von seinem Tiefstand erholen wird, darüber zeigt sich die Strategieberatung Roland Berger skeptisch. Nach Angaben des Business Insider könnten die unterschiedlichen Ziele innerhalb der Opec und die neuen Fördertechniken wie das Fracking dazu führen, dass das Kartell seinen Einfluss auf die Gestaltung des weltweiten Preisgefüges verlieren wird. Denn immerhin hatte Saudi-Arabien seinen Preiskampf gegen die USA geführt, um den unliebsamen Konkurrenten aus dem Markt zu verdrängen. Das hat bis jetzt nicht funktioniert, die US-Ölbranche kämpft sich mit kleinen Schrittchen wieder zurück. Mit einem steigenden Ölpreis steigen auch die Chance für die kleinen Fracking-Firmen wieder. Und das könnte dazu führen, dass der Preis nicht wie gewünscht deutlich steigen wird, jedenfalls nicht auf lange Sicht.

Für Heizölkäufer aber bedeutet dies, dass sie sich zunächst auf höhere Preise einstellen müssen - wenig passend in der Hochphase der Heizperiode. Wenig Unterstützung kommt auch vom Euro. Der sieht sich einem stärker werdenden Dollar gegenüber, was das Kaufen von Rohöl in Europa teurer macht, das in Dollar gehandelt wird. Zusätzlich könnte die US-Fed im Dezember die Leitzinsen wieder um ein paar Prozentpunkte anheben, was zu einer Devisenverlagerung in den Dollar führen könnte - und damit den Euro weiter schwächen wird. Wieder geht das Gespenst der Euro-Dollar-Parität um.

 

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