Mehr Fracking, weniger Opec-Öl

Je mehr die USA Öl fördern, desto mehr ist die Opec zu einer Ausweitung des Limits gezwungen.

31.03.2017

Der Ölpreis kommt in dieser Woche nicht vom Fleck, wie auch schon in den Wochen zuvor. Nun kommt ein Land in Bedrängnis, das schon lange unter dem niedrigen Preis leidet: Venezuela hat nun mangels Medikamenten die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten. Die schwere Krise, in der sich das Land seit Monaten befindet, sei von Präsident Maduro verursacht, so die Opposition, die bislang vergeblich versucht hat, den Präsidenten aus seinem Amt zu verdrängen. Auch Lebensmittel und Benzin werden in dem ölreichen Land immer wieder knapp. Nun hat das Oberste Gericht des Landes das Parlament entmachtet, berichtet die ARD. Wegen dieser Querelen unterstützt Venezuela eine Ausweitung des Produktionslimits der Opec, heißt es. Ein erhöhter Ölpreis bedeutet höhere Einnahmen für den Staat, der massiv von einem hohen Ölpreis abhängig ist.

Eine Ausweitung des Limits könnte auch wegen eines anderen Mitspielers nötig werden: Es sind nach Handelsblatt-Angaben vor allem die US-Bohrlöcher, deren Zahl in den vergangenen Monaten gestiegen ist, die den Preis nicht vom Fleck lassen. Sie war vergangene Woche auf 631 Bohrvorhaben gestiegen. Denn die USA fallen als Ölkonsument für Opec-Länder eher aus. Die Rohölimporte in die USA sollen nach dem Willen der neuen Regierung noch weniger werden, die Energieunabhängigkeit der USA sichergestellt sein. Dafür sollen auch die neuen Pipelines sorgen. Die umstrittenen Dakota Access und KeystoneXL sollen fertiggestellt werden, Dakota sogar bereits im kommenden Monat.

Nach Angaben der FAZ könnte die Opec bereits im Mai eine zusätzliche Drosselung der Ölförderung vereinbaren. Das hierfür eingesetzte Monitoring-Gremium stellte hierfür am vergangenen Wochenende die Weichen. Selbst der Iran, der eingangs noch wegen seiner aus seiner Sicht zu geringen Förderleistung gebremst hatte, ist nun offen gegenüber einer Drosselung, so das Handelsblatt. Dennoch gibt es Grund zu Skepsis. Denn nicht alle Staaten halten die vereinbarte Förderdrosselung ein. Und die US-Schieferölindustrie erholt sich munter vom vergangenen Preiskrieg. Das letztere ist wiederum eine schlechte Nachricht für die Opec. Denn so bleibt der Preis zwischen der geringeren Förderung der Opec und der sich ausweitenden Förderung der US-Amerikaner gefangen.

Das merkt auch die Opec, trotz der gespielten Zuversicht nach außen. Auch Nigeria, das lange unter Rebellenangriffen auf seine Pipelines litt, denkt über eine Drosselung nach, da die Förderleistung des Landes wieder zunimmt. Produktionsausfälle in Libyen sorgen dafür, dass dieses Opec-Land ohnehin auf keinen grünen Zweig kommt. Eine Ausweitung der Produktionslimits sind also denkbar. Eine Entscheidung darüber dürfte die Opec allerdings erst auf ihrer nächsten regulären Sitzung im Mai treffen. Dann wird auch Russland zustimmen müssen, bislang noch eine Wackelkandidat, was die derzeitige und mögliche künftige Kürzung angeht.

Für Heizölkunden bedeutet dies, dass der Preis womöglich noch eine Weile auf dem aktuellenn Niveau mit einigen Schwankungen verharren könnte. Dennoch sollte der Preis tagesaktuell beobachtet werden, um auf mögliche Sonderlagen, die den Preis betreffen, reagieren zu können.

 

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