Riskantes, billiges Öl

Iran lehnt Begrenzung der Förderquote ab und möchte Produktion ausbauen.

18.03.2016

In kleinen Schrittchen kam der Ölpreis in dieser Woche voran und aus dem tiefen Loch, in das er gefallen war: Die Gerüchte, dass es eine Förderbegrenzung geben soll, setzen sich am Markt durch. Zwar hat der Iran einer Förderquotenbegrenzung nicht zugestimmt. Die Opec ließ jedoch nach Informationen des Handelsblattes durchblicken, dass sich andere Förderländer, auch außerhalb der Opec, für eine Begrenzung im Interesse des Preises interessieren. Zum Beispiel der Irak, der, aufgrund der schiitischen Bevölkerungsmehrheit, vom Iran unterstützt wird. Zum Thema Iran äußerte sich der irakische Minister jedoch nicht. Dass das billige Öl über kurz oder lang zu einem echten Risiko werden könnte, glaubt indessen die "Süddeutsche". 

Zwar sei der günstige Brennstoff ein Motor für die Konjunktur. Doch sind fallende Preise aufgrund mangelnder Nachfrage vielmehr ein Indikator dafür, dass die Konjunktur lahmt. Zu beobachten ist das in China, in BRIC-Staaten wie Brasilien. Zwar hat sich China in seinem neuen Fünf-Jahres-Plan ein Wachstum von 6,5 Prozent verordnet, doch gilt dieses Ziel allgemein als sehr ehrgeizig. Vorsichtig ausgedrückt. Ein weiteres Risiko: Viele Ländern fehlt durch mangelnde Einnahmen aus dem Ölgeschäft Geld, um ihre Wirtschaft zu stützen. Eine trudelnde Wirtschaft verschärft vielerorts die Unruhen. Wie und wo, hat die "Welt" zusammengestellt. Nigeria, Venezuela oder der Nahe Osten: Manche Staaten zwingt der niedrige Ölpreis zu höheren Steuern. Der Unmut in der Bevölkerung wächst weiter. Ein Teufelskreis.

Ob es nun zu einer Begrenzung der weltweiten Fördermenge kommt, hängt davopn ab, wie viele Förderländer mitmachen und ob ihr gemeinsames Fördervolumen ausreicht, mit dieser Maßnahme den Preis zu diktieren. Die Aussichten auf eine gemeinsame Linie von Ölförderländern zur Deckelung der Förderquoten auf Januarniveau sind vage. Laut Handelsblatt hat sich Russland nun auf die Seite des Irans gestellt. Der fordert, von einer Deckelung ausgenommen zu werden, da er kürzlich erst wieder im großen Stil mit Förderung und Export von Öl begonnen hat. Das Embargo ist nach dem Atomdeal gefallen, Teheran darf nun wieder Geld mit Ölexporten verdienen. Nach dem Bericht zeigte Russlands Energieminister Verständnis für die Situation des Irans.

Statt zu begrenzen möchte der Iran seine Produktion auf vier Millionen Barrel täglich ausweiten - auf eine Produktionsmenge wie vor dem Beginn des Embargos. Erst dann sei das Land bereit, mit den Förderländern, die eine Begrenzung forderten, zusammenarbeiten, heißt es aus Teheran laut Schweizer Handelszeitung. Trotz dieser Unsicherheiten sieht der Wirtschaftsdienst Bloomberg Anzeichen dafür, dass sich der Ölmarkt mehr und mehr stabilisiert. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die US-Produktion sinkt. In dieser Woche flossen nur noch 1,3 Millionen Barrel zusätzlich in die Lager der Vereinigten Staaten, weniger als zuvor. Dass dieser Trend sich verstetigt, ist aber noch nicht abzusehen, obwohl in den vergangenen 17 Monaten mehr als zwei Drittel der amerikanischen Ölfördertürme ihren Dienst erst einmal eingestellt haben. Der Markt bleibt also fürs erste unübersichtlich und volatil. Heizölkäufer sollten weiterhin tagesgenau beobachten, wie sich der Preis entwickelt.

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