Tief gespalten

Keine Einigung in Doha. Preiskampf der Opec-Länder untereinander und den USA.

22.04.2016

Einmal mehr hat sich am vergangenen Wochenende gezeigt: Die Opec zieht derzeit nicht an einem Strang. Die an der Konferenz von Doha teilnehmenden Länder der Opec sowie die Nicht-Opec-Staaten haben sich auf keine Linie einigen können. Die "Frankfurter Allgemeine" hat Informationen zur Konferenz zusammengetragen. Der Grund für das Scheitern: Ihren Konflikt tragen die Opec-Staaten Iran und Saudi-Arabien auf dem Rücken der Länder aus, die durch den ohnehin niedrigen Ölpreis schon am Abgrund stehen, darunter Nigeria und Venezuela, und auf dem Rücken der Ölindustrie, die durch den niedrigen Preis schon einige Pleiten hinnehmen musste.

Beide islamische Staaten kämpfen um die Vorherrschaft im Nahen Osten, in Stellvertreterkriegen im Jemen und in Syrien. Nun tut sich ein neues Schlachtfeld auf, das der Iran für sich zu nutzen weiß. Ewig kann selbst Saudi-Arabien nicht mehr auf das Ende der US-Schieferölindustrie warten, denn der Preiskampf zehrt auch an den Rücklagen der saudischen Monarchie. Welche mittelfristigen Auswirkungen dies nun auf den Heizölpreis haben wird, kann allerdings im Augenblick nur gemutmaßt werden. Letztlich bleiben aber alle beteiligten Förderländern in einem Gefangenendilemma, so die FAZ: Alle könnten mehr verdienen, wenn alle die Produktion drosseln. Wenn auch nur ein Land nicht mitzieht, belassen alle anderen ihre Fördermengen ebenfalls hoch, aus Angst, Marktanteile zu verlieren.

Nun hat der Iran einen Tag nach der Konferenz, zu der der iranische Unterhändler erst gar nicht erschienen war, verlauten lassen, dass das Land seine Produktion bis Juni wieder auf den Stand von vor dem Embargo bringen möchte. Das vermeldet ABC News. Bis dahin will das Land über keinerlei Begrenzungsmaßnahmen sprechen. Dass der Preis in dieser Woche nach diesen psychologisch wichtigen Meldungen nicht noch weiter abgestürzt ist, lag an den Streiks der Ölarbeiter in Kuwait, so der Wirtschaftsdienst Bloomberg. Sie hatten den Preis gestützt.

Wie lange Saudi-Arabien, das größte Opec-Land und eines der reichsten, diesen Preiskampf noch durchstehen kann, ist eine wichtige Frage. Zum ersten Mal seit 1991 muss sich Saudi-Arabien wieder Kredite am internationalen Finanzmarkt besorgen. Das meldet der "Spiegel". Der niedrige Ölpreis zehrt selbst die immensen Reserven der Golfmonarchie auf. Das Blatt schreibt von einem Rekorddefizit von 90 Milliarden US-Dollar. Die Reserven des Landes sind in den vergangenen beiden Jahren abgeschmolzen. Laut dem Blog Economic Calendar liegt der Level an internationalen Devisen (Forex), den das Land hält, mittlerweile wieder auf dem Stand von 2013 - nach einem deutlichen Hoch zwischen 2013 und 2016. Das birgt Risiken. Denn der saudische Wohlfahrtsstaat fußt alleine auf diesen Ressourcen. Versiegt diese Geldquelle, drohen Unruhen.

Es bleibt also die Frage, wie lange die Opec-Länder diesen Preiskampf miteinander und mit den USA noch austragen können. Klar ist, im Juni wird auf der nächsten Konferenz der Opec weiter verhandelt. So lange aber wird weiter Öl gefördert, was die Pumpen hergeben. Auch Russland denkt nun über eine weitere Förderausweitung nach, berichtet n-tv. Das könnte die US-amerikanische Produktion wieder deutlicher unter Druck setzen. Dort waren die Lagerbestände erneut gestiegen, allerdings auch die Rohöl-Importe, wie das Department of Energy berichtet.

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