Trendwende mitten im Konflikt?

Algerien und Venezuela für Fördergrenzen. Markt bleibt erstmal unruhig.

29.01.2016

In dieser Woche scheint es zur Trendwende gekommen zu sein. Der Ölpreis, streckenweise bei 27 Dollar pro Fass angekommen, schnellte zur Wochenmitte wieder nach oben. Gleiches gilt demnach auch für den Heizölpreis, der zum Ende der Woche wieder bei über 40 Euro pro 100 Liter im Deutschlandmittel liegt. Treibender Faktor war unter anderem die Meldung, wonach Russland nun doch verhandlungsbereit sei. Das Förderland will mit der Opec verhandeln, um Förderquoten zu senken. Doch Russland hat nach Angaben von n-tv die Rechnung ohne Saudi-Arabien gemacht. Denn der Golfstaat äußerte sich zunächst nicht dazu. Alleine das Wort Kürzungen führte aber dazu, dass sich die Stimmung am Rohstoffmarkt aufhellte und die Ölpreise in die Höhe schnellten.

Ob das Treffen tatsächlich zustande kommt, ist fraglich. Saudi-Arabien kann aus rein finanzieller Sicht diesen Preiskampf noch eine Weile aushalten. Vor allem die Opec-Länder Algerien und Venezuela drängen auf eine Kürzung der Quoten. Sie bestreiten einen Großteil ihres Haushaltes aus Einnahmen, die sie aus dem Geschäft mit Rohölexporten erwirtschaften. Algerien beispielsweise erkauft sich wie Venezuela den sozialen Frieden im Land durch die gewaltigen Einnahmen aus Ölgeschäften - die nun, aufgrund des verschwindend geringen Preises, plötzlich wegbrechen. Die Folge sind höhere Preise im täglichen Leben und zunehmende Unruhen. Gleiches gilt für Venezuela, wo mittlerweile die Regierung Maduro unter gewaltigem Druck steht. Eine Zusammenfassung der Folgen billigen Öls für diese Staaten hat die "Frankfurter Rundschau" verfasst. 

Über allem schwebt der Konflikt zwischen Saudi-Arabien, den USA - und neuerdings dem Iran. Öl ist für die Saudis zu einer Waffe geworden. Richtung Westen gerichtet, soll sie die unliebsame Konkurrenz der US-Schieferölindustrie ruinieren. Richtung Osten gerichtet, soll sie den schiitischen Konkurrenten Iran in Schach halten. Der Atomdeal mit dem Gottesstaat hat diesen wieder auf die Bühne der Weltpolitik zurückgeholt. Präsident Rohani, derzeit unterwegs auf diplomatischer Mission in Europa, soll die alten europäischen Partner in der Ölförderung wieder ins Land holen. Das Embargo ist aufgehoben. Es darf wieder gepumpt und verkauft werden. Da sich Saudi-Arabien und der Iran allerdings an vielen Stellen gegenseitig bekämpfen - militärisch im Jemen, in Syrien, religiös, nun wirtschaftlich - ist eine Lösung des Konfliktes schwierig. Auf diesen Konflikt bezieht sich auch ein Artikel der "Welt". 

Genau jener Konflikt könnte dem Ölpreis jedoch weiterhin zusetzen. Ob Saudi-Arabien ein Interesse hat, den Preis kurz- oder mittelfristig weiter niedrig zu halten, werden die kommenden Monate zeigen. Ein sprunghafter Anstieg des Ölpreises in dieser Woche zeigt jedenfalls die Nervosität, mit der der Markt derzeit auf die kleinsten Veränderungen reagiert. Das hat auch Auswirkungen auf die Preise für Heizöl. Verbraucher sind angehalten, tagesgenau Preise zu sichten, um keine Entwicklung zu verpassen. 

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