Umbruch am Ölmarkt?

Kampf in Mossul hat wenig Auswirkungen auf den Ölpreis

21.10.2016

Der Rohölpreis schafft es derzeit nicht, sich entscheidend von der 50-Dollar-Marke abzusetzen. Zu groß sind immer noch die Unsicherheiten, die auf den Preis drücken. Im Irak läuft derzeit eine militärische Operation der irakischen Armee mit Verbündeten, die darauf abzielt, die Stadt Mossul wieder unter Kontrolle zu bringen. Der sogenannte "Islamische Staat" hatte sie quasi im Handstreich erobert. Die Stadt ist wegen ihrer Ölraffinerien strategisch wichtig. Beobachter rechnen mit einem langwierigen Kampf um die zweitgrößte irakische Stadt ein, ebenso mit einer humanitären Katastrophe in der Millionenstadt. Die Terrororganisation hat damit begonnen, die Ölquellen bei Mossul in Brand zu stecken.

Die Auswirkungen auf den Ölpreis durch diesen Kampf um Mossul sind allerdings gering. Viel wichtiger sind weiterhin die Fördermengen weltweit. Noch immer pumpen die Ölförderländer, was das Zeug hält. Entsprechend hoch bleibt also der Druck auf den Rohölpreis und damit auch auf den Heizölpreis. Für viele Länder, deren Staatshaushalte von einem hohen Ölpreis abhängen, ist der aktuelle Preis noch immer zu niedrig. Zum Beispiel für Venezuela. Dort droht dem staatlichen Erdölkonzern nun die Pleite, die der "Spiegel" mitteilt. Aktuell habe das Unternehmen Schulden von mehr als 5,3 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur der niedrige Ölpreis ist im Falle Venezuelas an der Misere schuld, auch Misswirtschaft hat dazu beigetragen.

Auch das mächtigste Ölförderland der Welt, Saudi-Arabien, leidet unter dem niedrigen Ölpreis. Gepumpt wird, was das Zeug hält, und dennoch klaffen überall finanzielle Löcher. Die sollen nun mit Anleihen gestopft werden, zum ersten Mal überhaupt gibt das Land diese heraus. Dabei versucht es, den Markt zu beruhigen und den Anschein zu erwecken, dass seine Abhängigkeit vom Öl schon überwunden sei, wie "n-tv" schreibt. Dies ist allerdings noch lange nicht der Fall, obschon das Land damit begonnen hat, sich von dem Rohstoff abzukoppeln. Hinzu kommt die Unwägbarkeit des Krieges im Jemen, wo sich sunnitische und schiitische Kämpfer gegenüberstehen, sowie die unsichere Zukunft des Ölpreises. Dennoch scheinen die Anleihen großen Zuspruch zu finden, wie es heißt. 

FÜr Europa bleiben auch Fragezeichen übrig: Im März 2017 soll das milliardenschwere Anleihekaufprogramm der EZB auslaufen. Bei seiner vergangenen Pressekonferenz hat Mario Draghi jedoch wenig bis gar nichts dazu gesagt. Das verunsichert im Augenblick den Markt, der dringend nach Antworten sucht, so die "Welt". Immerhin, die steigenden Ölpreise lassen die Inflation etwas steigen, ein Umstand, der den Währunghütern durchaus gefallen dürfte. Die Inflation im Euroraum lag lange nahe Null, was die Gefahr einer Deflation deutlich erhöhte. Das Wachstum in Europa bleibt jedoch weiter hinter den Erwartungen - und den Erfordernissen der EZB - zurück, sodass die Zentralbank abwarten wird, wie sich die Entwicklung bis zum Ende des Jahres hin gestalten wird. Erst dann wird sie endgültig entscheiden, wann und wie das Anleihekaufprogramm, das zur Marktstabilisierung dient, wieder zurückfahren wird. 

Zum Beginn der Heizperiode ist der Preis für Rohöl also wieder gestiegen, schlechte Nachrichten für Heizölkäufer. Es gilt nun, den Preis tagesgenau zu beobachten. Die Unsicherheiten sind groß und die Nervosität am Markt ebenso, das wird sich erst Ende November wahrscheinlich entspannen: Dann ist die nächste Konferenz der Opec-Staaten in Wien angesetzt. Dort soll beraten werden, wie die geplante Förderkürzung umgesetzt werden soll. Im Vergleich zur aktuellen Förderleistung ist es allerdings nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Inwieweit sich das auf eine deutliche Preissteigerung des Rohöls auswirken kann, bleibt also abzuwarten.

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