USA gegen die Opec

Die Fronten zwischen dem Ölförderland USA und der Opec werden immer deutlicher.

17.02.2017

Die Meldungen mehren sich, dass die Opec-Förderkürzung wirkt und die weltweit produzierte Ölmenge die Nachfrage nicht mehr übersteigt. Nun müssten noch die globalen Ölreserven abschmelzen, um noch mehr Nachfrage zu generieren und damit den Preis noch mehr in die Höhe zu treiben. Die US-amerikanische Schieferölindustrie könnte allerdings mit ihrem Comeback der Opec noch einen Strich durch die Rechnung machen. Das berichtet auch das Handelsblatt. Der Rig Count, die Zahl der US-Ölbohranlagen, ist in dieser Woche wieder gestiegen. die Lager in den USA werden voller. Das haben die aktuellen Zahlen des Department of Energy bestätigt. 9,5 Millionen Barrel verzeichnete die Behörde offiziell, nur wenig mehr als in der API-Prognose vorausgesagt.

Diese Zahlen schüren Zweifel an der Wirksamkeit der Opec-Förderkürzung. Denn nun treten die beiden aneinander zerrenden Kräfte des Marktes wieder zutage: die Opec und Nicht-Opec-Staaten auf der einen Seite, auf der anderen Seite die USA. Das Angebot ist nach wie vor hoch, die Opec und einige Nicht-Opec-Staaten versuchen es zu verknappen. Die USA scheren sich jedoch nicht darum, der steigende Preis lässt die Schieferölindustrie und die übrigen Ölbohrfirmen wieder hoffen. Anlagen gehen wieder in Betrieb, und das mit einer modernisierten Ausrüstung. Das wiederum drückt auf den Preis, so dass er im Moment nicht signifikant über 50 Dollar hinaus kommt.

Damit wird deutlich, wie sehr die Opec an Macht eingebüßt hat. Die neue Trump-Administration trägt nun massiv dazu bei, das Gewicht auf Seiten der USA zu erhöhen. Die "Welt" schreibt, dass Trump nur eine Woche benötigte, um dem Markt eine neue Richtung zu geben. Gemeint sind die Pläne, die US-Kohle- und Ölindustrie wieder massiv zu fördern, zu Lasten der Umwelt und aller anderen Marktakteure. Darunter fällt zum Beispiel die neue Pipeline, gegen die seit Monaten protestiert wird, sowie die Aussicht darauf, dass bald auch in Umweltschutzgebieten nach Öl gebohrt werden darf. Näheres hierzu hat beispielsweise das Manager Magazin zusammengestellt. 

In den USA arbeiten die Republikaner zudem an einer Importsteuer: 20 Prozent auf alles, was in die USA eingeführt wird. Auch auf Öl? Das würde die US-amerikanische Ölindustrie gewaltig pushen, denn damit würde es noch attraktiver und billiger, Öl aus dem US-Boden zu pumpen statt es aus Übersee zu importieren - und somit die Ölschwemme weltweit wieder deutlich erhöhen. Die Folge: die Preise purzeln wieder in den Keller. Ein neuer Ölkrieg mit der Opec könnte also drohen, zusätzlich zu einem Handelskrieg mit Europa und möglicherweise anderen Staaten. Die EU ist besorgt und bereitet sich bereits darauf vor. Diesbezüglich hat der Deutschlandfunk auch ein Interview geführt. 

Eine Äußerung von Fed-Chefin Janet Yellen, wonach der Leitzins in den USA eher früher als später angehoben werden könnte, verfehlte seine Wirkung auf den Euro nicht: Er fiel in dieser Woche kurzzeitig. Die Aussichten für die US-Wirtschaft sind gut, was für die US-Fed bedeutet, dass sie die Zinsen anheben könnte. Höhere Zinsen heißt, dass Investitionen in den Dollar ertragreicher würden, sprich der Dollar wird weltweit attraktiver. Das wiederum würde den Euro schwächen und damit Exporte der EU befeuern. Höhere Zinsen heißt allerdings auch, dass sich der US-Staat nicht so günstig Geld am Markt leihen kann - kein Wunder, dass die Deregulierer Janet Yellen ersetzen wollen, wie der "Spiegel" schreibt. Einige Stellenbesetzungen in der Fed waren schon vor der Wahl aus strategischen Gründen von den Republikanern blockiert worden.

 

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